Die Bewahrerin: Gundel Kilian
Wenig Aufhebens macht Gundel Kilian um ihre Person, die Fotografin ist lieber stille Beobachterin als lauter Mittelpunkt. Und ebenso diskret arbeitet sie auch im hohen Alter – im September feiert sie ihren 85. Geburtstag – an vielen Projekten. Sie veröffentlicht Kalender mit Ballettsaalmotiven und Bildbände, zuletzt etwa über Vladimir Malakhov und Sue Jin Kang. Unermüdlich engagiert sie sich auch für das Werk ihres 1999 verstorbenen Mannes Hannes Kilian, ermöglicht Ausstellungen zu Ehren des bekannten Fotografen und Publikationen wie eine 2009 erschienene Monografie.
Das Negativarchiv des Paars, das 46 000 Filme umfasst, hat im Haus der Geschichte in Stuttgart eine Bleibe gefunden.
Gundel Kilian, der Tanz als bewegtes Motiv ist für Fotografen eine Herausforderung. Tut man sich leichter, wenn man, wie Sie, Tänzerin war?
Ja und Nein. Ein Tänzer weiß zwar ganz genau, wie eine Position aussehen muss, wann eine Figur, ein Sprung den Höhepunkt erreicht hat. Aber dieses Wissen nützt ihm nichts, wenn er es nicht in die fotografische Technik umsetzen kann. Mein Mann zum Beispiel hatte, obwohl er kein Tänzer war, diesen Kick, diese absolute Beziehung zur Bewegung in sich. Man kann das mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Transition, Seite 104
von Andrea Kachelrieß
Anne Teresa De Keersmaeker, Herman Sorgeloos, wie kamen Sie beide zusammen?
Herman Sorgeloos: Alles begann mit dem «Kaaitheater Festival» in Brüssel und der Premiere von «Rosas danst Rosas» im Théâtre de la balsamine. Der damalige Festivalleiter Hugo De Greef schlug mich Anne als Fotograf vor, weil er meine Fotos von Jan Decortes «Mauser/Hamletmachine» kannte und...
Eigentlich war der Rahm längst abgeschöpft. Schon 2012 hatte die erste, sensationelle Versteigerung in Lausanne etwa sechs Millionen Euro erbracht, siebenmal mehr als erwartet. Aber Serge Lifars Hinterlassenschaft scheint schier unerschöpflich: Der Mann sammelte, was er nur kriegen konnte, und warf kaum etwas in den Müll. Der Tänzer, Choreograf und langjährige...
Auf der glatten Oberfläche des Tanzfotos gehen zwei Medien miteinander eine Symbiose ein: der bewegte Tanz und die festlegende Fotografie – Gegensätze, die größer kaum sein könnten. Denn es ist gerade die Bewegung, die in der Geschichte der Fotografie über das rein Dokumentarische hinaus die schlichte Abbildung eines spezifischen Inhalts überragt. Diese Bewegung...
