luxemburg_on tour
«Vaivén» nennen Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola und Antonio Ruz ihr Projekt, ein zweiteiliges Tanzstück, das im Rahmen des Festivals «Mes de Danza» in Sevilla uraufgeführt wurde. Ein Hin und Her – wörtlich übersetzt ein «Kommen und Gehen» –, das sich sowohl auf die Arbeitsweise der beiden als auch auf die Struktur des Abends bezieht: zwei aufeinander folgende Soli, zuerst von Juan, dem Sänger, dann das von Antonio, dem Tänzer. Beide sind durchgehend auf der Bühne, jeder präsentiert seine Darstellung dem anderen.
Das «vaivén» ist ebenfalls sinnbildlich zu verstehen, steht das Wort im Spanischen doch auch fürs regelmäßige Schwanken eines Schiffs wie für die Unbeständigkeit des Schicksals. Kruz und Ruz – dass sich ihre Namen bloß um einen Buchstaben unterscheiden, ist beiden bestimmt nicht entgangen, obwohl sie sich von Schulze und Schultze insofern unterscheiden, dass sie zwar das Gleiche meinen, sich jedoch verschieden ausdrücken und ganz und gar nicht ähnlich sehen – Kruz und Ruz also tanzen ein Stück, das von Wehmut handelt, von der Vergänglichkeit, von Abschied und Wiedersehen. Denn nicht zuletzt ist das Hin und Her auch geografisch zu verstehen, als Hin- und Herreisen zwischen ...
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Tanz Februar 2015
Rubrik: kalender, Seite 48
von Anna Hohler
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