monuments en mouvement
Wer ans Pariser Quartier Saint-Denis denkt, sieht vor dem geistigen Auge vor allem Einwanderer, Menschengetümmel und soziale Brennpunkte. Man vergisst darüber nur allzu leicht, dass in dem nördlichen Vorort auch die weltberühmte Basilika steht, in der die sterblichen Überreste sämtlicher Könige Frankreichs ihre Ruhe gefunden haben – eine Monarchen-Ruhestätte mit Grabmälern aus dreizehn Jahrhunderten, von Clovis I. († 511) bis Ludwig XVIII. († 1824). Im Oktober 1793 wurden diese Herrschaften aus den Geschlechtern der Merowinger, Karolinger und Bourbonen zum ersten Mal vertrieben.
Revolutionäre brachen ihre Särge auf, um das in der Legierung enthaltene Blei für die Produktion von Gewehrkugeln zu nutzen. Die République brauchte Munition. Die illustren Leichen wurden in Massengräber geschafft, mit Ausnahme des soeben erst hingerichteten Herrscherpaars, Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Das Paar wurde erst 1815, nach der Restauration der Monarchie, in Saint-Denis eingebettet. 1817 wurden die Überreste all dieser Überreste wieder ausgegraben, gesäubert und so gut es ging nach Dynastien getrennt, um auf Anweisung Ludwigs XVIII. in fünf Sammelsärgen eingemauert zu werden.
Was in der ...
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Tanz Oktober 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
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