sabine kupferberg
Sabine Kupferberg, es gibt eine Arthaus-DVD, die Sie als «A Woman of a Thousand Faces» ausweist, Sie selbst nennen sich darin «ein Kind der Liebe». Das mit dem «Kind der Liebe» war von mir eine etwas naive Vorstellung, als ich noch jünger war. Es ist insofern auch nicht falsch, als sich meine leiblichen Eltern tatsächlich liebten, obwohl sie anderweitig gebunden waren und Kinder hatten. Weil eine Patchwork-Familie, wie man sie heute kennt, seinerzeit nicht denkbar war, musste ich irgendwie verschwinden.
Ich kam in ein Heim, eine Art Waisenhaus, was mich als kleines Mädchen nicht weiter belastet hat. Aber je älter ich werde, desto mehr spüre ich den Schmerz, den die damalige Situation bei mir hinterlassen hat. Sobald ich mich erinnere, kommen mir die Tränen.
Dabei hatten Sie noch das Glück, in gute Hände zu gelangen. Ja. Ich fand es schön, mit so vielen Kindern aufzuwachsen. Farbig. Es war immer etwas los in diesem Riesenhaus mit großem Garten. Ich habe verspielte Erinnerungen, über die ich stundenlang erzählen könnte. Da mich beide Eltern immer nur einzeln besuchen konnten, kam allerdings nie ein richtiges Familienverhältnis zustande. Meine Mutter ist tödlich verunglückt bei einem ...
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Tanz März 2015
Rubrik: menschen, Seite 14
von Hartmut Regitz
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