Unter Polizeischutz: Schwules Kino in Georgien
Vor den Kinos flogen Steine und Feuer--werkskörper. Mehrere hundert Protestierende skandierten «Schande!» und «Lang lebe Georgien!». Nach massiven Polizeieinsätzen wurden 27 Personen festgenommen, es gab Verletzte.
Der Hintergrund: die georgische Premieren-Serie des Kinofilms «And Then We Danced» in fünf Städten der Kaukasusrepublik im zurückliegenden November.
Der schwedische Regisseur Levan Akin, selbst mit georgischen Wurzeln, erzählt in seinem Liebesdrama die Geschichte des jungen Tänzers Merab (Levan Gelbakhiani), der beim Georgischen Staatsballett engagiert ist und sich in den attraktiven Neuzugang Irakli (Bachi Valishvili) verliebt.
«And Then We Danced» ist der erste LGTBQ-Streifen, der je über eine offizielle georgische Kinoleinwand flimmerte. Die Idee zum Drehbuch entstand, so Akin, nachdem 2013 im Zuge der ersten georgischen Gay--Pride-Demo eine Gruppe von rund fünfzig Aktivisten massiv angefeindet und attackiert worden war. Im März soll der Film unter dem Titel «Als wir tanzten» in die deutschen Kinos kommen.
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Side-Step, Seite 19
von Marc Staudacher
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