geschichte: apollo’s angels
Kaum ein Ballettbuch wird im angloamerikanischen Sprachraum so diskutiert wie Jennifer Homans’ «Apollo’s Angels». Was von der ehemaligen Tänzerin und Kritikerin des «New Republic» natürlich beabsichtigt war – und sogleich ihrer provokanten, nach reichlich 500 überlegen recherchierten und formulierten Seiten als Knaller gebotenen Schlussthese widerspricht: «Ballet is dead.» Ballett als ephemerste, weil am ehesten mit einer längst nicht mehr existierenden Hofkunst verknüpfte Kunst, ist oftmals gestorben und wiedergeboren worden, das erzählt Homans.
Das ist der brillante Teil ihres Buchs. Ihre Tanztour d’horizon von den gern grotesken Tanzeinlagen im Renaissance-Italien über das Erblühen durch Absonderung am französischen Hof Ludwigs XIV. bis zu den Ballets Russes als Initialzündung für den Tanz im 20. Jahrhundert verbindet in einprägsamen Kapiteln Kunst und Gesellschaft. Ihr Interesse gilt den Personen, die Tanzgeschichte geschrieben haben und die das Ballett zu einer relevanten, auch politisch ernst genommenen Kunst gemacht haben.
So unterhaltsam wie lehrreich sind ihre Ausführungen über den Männertanz des Barock, über den Kampf gegen die Anatomie, über die Französische ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 61
von Manuel Brug
Die unbeschwerte Jugend von damals ist in die Metropole gezogen und tanzt paarweise im ballroom des Ritz: Auf den ersten Blick elegant und weltläufig, bekommt Jerome Robbins‘ «In the Night» aber eine melancholische Note, wenn man das kurze Ballett wie ein Nachwort zu seinen «Dances at a Gathering» betrachtet. Sie tanzen zu Musik von Frédéric Chopin, aber zum...
Die «Cannes Summer Courses» bieten vier Sessions: 2.–9., 12.–19., 22.–29. Juli, 20.–27. August. Auditions: 10., 11. Juli. cannesdance.com
Zum ersten Mal richtet das National Ballett of Canada einen «Summer Dance Intensive» aus, um Ballettstudenten im Alter zwischen 14 und 18 Kurse in Ballett, Spitzentanz, Jazz,
Repertoire und Hip-Hop anzubieten (4.–15. Juli).
nationa...
...blickt nach Japan und hat sich in eines der populärsten Stücke des Nô-Theaters verguckt. «Matsukaze» handelt von zwei Schwestern, die beide denselben Mann lieben – nach seinem Tod sterben sie aus Kummer und existieren fortan als Geister, die immer wieder ins Diesseits zurückkehren müssen. Der zeitgenössische japanische Komponist Toshio Hosokawa hat den...
