shaun parker
Die Wolfsburger Autostadt des VW-Konzerns hat den Touch einer «brave new consumer’s world»: Der Rasen wächst so grün und dicht wie in den Gärten der Hollywood Hills, die Bauten gleichen der Kulisse einer Architektur-Biennale, und der Service ist so freundlich, als würde das Personal jeden Morgen von Ex-Ballerinen auf Lächel-Kurs getrimmt.
Wenn hier einer auftaucht mit Kapuzenanorak und Bart, kann es sich nur um einen Künstler handeln – einen jener Eigenwilligen, die von der Kreativdirektorin Maria Schneider alljährlich zu den «Movimentos»-Festwochen geladen werden, dem wahrscheinlich teuerstbestückten und in der Regel premiumsortierten Festival der Republik. Im April 2015 gab Shaun Parker dort sein Debüt, mitsamt seiner australischen Company. «AM I» hieß die Produktion, deren optische Sensationen so überraschend wie hinreißend ausfielen – ganz zweifellos ist hier ein Könner am Werk gewesen. Einer, der Musik, Licht, Bühnenraum und eine Handvoll exzellenter Akteure derart grandios aufeinander abzustimmen weiß, dass das Etikett des Gesamtkunstwerks nicht zu hoch gegriffen ist.
Parker, 45 Jahre alt, kam, wie so viele, über die eigene Schwester zum Tanz, doch der Umzug seiner Familie ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 172
von Dorion Weickmann
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