strawinsky und das opfer
Ohne Strawinsky wäre ich kein Komponist geworden, so viel ist schon mal klar. Daher ist alles, was ich über seine Musik schreiben kann, davon geprägt, dass unter anderem er es war, der mich dazu brachte, diesen seltsamen und bizarren Beruf zu ergreifen, den man Broterwerb kaum nennen kann. Man wird hier nicht viel Kritisches über den «Sacre» finden, das gebe ich gerne zu. Dabei mochte ich Strawinskys Musik erst einmal gar nicht.
Mit seiner «Klaviersonate», die ich heute gerade wegen ihrer fast schon spöttischen Sprödheit liebe, quälte ich mich als anfangs nur wenig übender Klavierschüler mühsam einige Wochen ab und ließ sie dann irgendwann links liegen.
An meine erste Begegnung mit dem «Sacre» kann ich mich noch gut erinnern. Ich besuchte damals den normalen Musikkurs der Oberstufe, in den sich nur wenige Schüler verirrten. Eines Tages kam ich (wie so oft) spät zum Unterricht und hörte eine ganz unheimliche, gewaltige Musik, die mich erst abstieß, dann aber zunehmend faszinierte. Neben mir saß – mit versteinerter Miene – einer unserer Schulstreber, der immer ein bisschen mehr wusste als alle anderen, dies aber auch alle wissen ließ. Irgendwann meldete er sich ungestüm zu Wort: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2013
Rubrik: le sacre du printemps, Seite 8
von Moritz Eggert
grenoble_________
itmoi
«Sacre», so weit das Auge reicht: Eine Jahrhundertflut aus Rekons-truktionen, Relektüren, Nachaufführungen ergießt sich über die Bühnen der Welt. Mindestens einer schwimmt allerdings gegen den Strom: Akram Khans «Frühlingsopfer»- Erkundung kommt als apokryphes «iTMOi» daher, was für «In The Mind Of Igor» (Strawinsky selbstredend) steht....
Nach Studienaufenthalten in Amsterdam und New York erforscht die slowenische Performerin, Choreografin und Autorin Mala Kline weiterhin das «performative Potenzial des Traumbewusstseins»: inzwischen als Doktorandin der Philosophie in Ljubljana. Erst kürzlich gründete die Ex-Tänzerin von Iztok Kovac und Wim Vandekeybus das DREAMLAB, «ein mobiles Labor für die...
im juni: der tanzkongress_________
geht in die dritte Runde. Theorie trifft Praxis. Jean-Luc Nancy, der europäische Philosoph, der mit dem Tanz denkt, trifft auf Faustin Linyekula, den afrikanischen Choreografen, der die Maskentänze des weißen Mannes untersucht. Mit diesen beiden Koryphäen öffnet der 3. Tanzkongress am tanzhaus nrw in Düsseldorf – nach Berlin...
