David Hallberg: «A Body of Work. Dancing to the Edge and Back», New York 2017
Autobiografie: David Hallberg
Eine schwere Verletzung ist für Tänzer ein einschneidendes Erlebnis, umso mehr, wenn sich Operationen und Genesung über zwei Jahre hinziehen. David Hallberg, Erster Solist beim American Ballet Theatre, verarbeitet sein Trauma in einer gut geschriebenen Autobiografie, spannt darin den Bogen von seinen ersten Stepptanzschritten in der heimischen Waschküche hin zur glücklichen Rückkehr auf die Bühne nach der erzwungenen Pause.
Hallberg schreibt viel über das Alleinsein, zunächst in der Schule, wo er von seinen Mitschülern wegen seines Andersseins, seiner Tanzleidenschaft und seiner Homosexualität tyrannisiert wurde. Danach als einziger Amerikaner an der Ballettschule der Pariser Opéra, später als erster amerikanischer Solist am Bolschoi-Theater, als durch die Welt jettender Gaststar und schließlich in Melbourne, wo er beim Australian Ballet in einer langwierigen Prozedur wieder auf die Beine kommt.
Dabei gibt Hallberg, insbesondere anhand der Erlebnisse in Moskau, seiner Leserschaft interessante Einblicke in unterschiedliche Ballettwelten und ihre Tanz- und Trainingsmethoden. Wohl aus ökonomischen Gründen findet sich aber nur eine kleine schwarzweiße Foto-Auswahl in der Buchmitte. ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Medien, Seite 65
von Frank-Rüdiger Berger
Sie war die erste «Sylphide», die Ballerina der romantischen Epoche par excellence. Gegen Ende ihres Lebens füllte Marie Taglioni (1804 – 1884) hunderte von Notizbuchseiten mit teils pikanten Memoiren. Fast sechzig Jahre lang verbargen ihre Nachfahren die Dokumente vor der Öffentlichkeit, einzig Léandre Vaillat durfte sie für seine 1942 veröffentlichte Biografie...
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