camping
Das Centre National de la Danse (CND) im boomenden, nordöstlich gelegenen Pariser Vorort Pantin galt in der Tanzszene lange als träges, teures Monstrum, das künstlerisch nichts abwirft. Als die Kritik sich zum Sturm auswuchs, wehte im Januar 2014 Mathilde Monnier aus Montpellier heran. Sie wurde per ministeriellem Dekret als Leiterin installiert und setzte sich zum Ziel, das CND nicht nur vermehrt in den Dienst der Tänzer zu stellen, sondern es auch international besser zu vernetzen.
Ihr erster Streich war ein Symposion zur Tänzer-Gesundheit, immerhin bestückt mit einem Auftritt von Benjamin Millepied, damals noch Directeur de la danse der Pariser Oper. Ihr zweiter Streich heißt «Camping» und findet im Juni nun zum zweiten Mal statt. Bereits 2015 hatte Monnier internationale Tanz- und Kunstschulen eingeladen, zwei Wochen lang das CND zu besetzen. Auf dem Gelände gab es das, was auch für dieses Jahr geplant ist: Masterclasses, Workshops, Gesprächsrunden und allenthalben campierende Jugend, die am Abend den gigantischen Betonkomplex zwar verlassen muss, aber dafür anderswo Aufführungen sieht oder zusammen feiert.
«Camping» soll Mobilität schaffen und verkrustete Strukturen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2016
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Thomas Hahn
Zwischen Himmel und Erde lässt sich manches in Bewegung setzen. Der neueste Ballettabend am Theater Augsburg handelt denn auch erklärtermaßen «von Göttern und Menschen», wobei Erstere entschieden zu kurz kommen. Zwar strebt Riccardo De Nigris mit «Ascending Glide» nach höheren Weihen, aber Balanchines «Apollo» erspart Ballettdirektor Robert Conn am Ende den...
newcomer: malika djardi
Wer Einwanderung und Integration skeptisch gegenübersteht, sollte sich Malika Djardi anschauen. Die Tochter einer Französin und eines Algeriers leistete gleich mit ihrem ersten Solo einen äußerst persönlichen, scharfsinnigen und umfassenden Beitrag zur Debatte um das kulturelle Mit- und Durcheinander der Kulturen. In «Sa prière» («Ihr Gebet»)...
Eine Frau in wallendem roten Rock räkelt sich mit nacktem Rücken in einer offenen Tür. Die Tür fällt dumpf ins Schloss. Als sich die eiserne Bühnenwand hebt, schreitet die Frau – «Marina» – davon und verschwindet in einer fernen, deshalb winzig wirkenden Bodenluke. Was für ein Bild für das Verschwinden der Liebe!
Ihsan Rustems mit fünf Tanzpaaren und Musik von Arvo...
