Das Bild und seine Geschichte
Ein warmer Wind weht in Tel Aviv, der ehemals weißen Stadt der Träume zionistischer Großväter. Heute ist es trotz allem ein Sehnsuchtsort für Lebenshungrige aus aller Welt, die ihr Vergnügen am Grenzweg zwischen subakuter Gefahr und kollektiver Entspanntheit suchen. Das Meer ist überall nah, früh bricht die Dämmerung herein, jede Straße ist erfüllt von Lärm – perfekt für die Rituale der israelischen Performance-Formation Public Movement.
Es mag angesichts der Nähe zu Gaza, die uns die Nachrichten suggerieren, wie ein Hohn erscheinen, wenn sie hier stramm aufmarschieren, junge Männer und Frauen mit ernsten Gesichtern, und sich im Brachland zwischen Strand, Kreisverkehr und glitzernden Hochhäusern rund um eine Formation rauen Felsgesteins gruppieren. In einer stillen, seltsam entrückten Zeremonie legen sie sich einzeln auf die Felsbrocken oder klemmen sich in enge Spalten: vermeintlich Verletzte oder Tote in derangierten, verkrüppelten Positionen. Das, damit ihre Kollegen sie «retten», die nun mit minuziös-exakten Handgriffen Trageliegen ausklappen, Bandagen aufrollen und mit blauem Davidstern bedruckte Leichensäcke aufschütteln. In unbeteiligter Zärtlichkeit greifen rettende Hände ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Seven Soldiers killed by helicopter crash in Iraq». Der Satz fällt im jüngsten Stück von
Neuer Tanz, «Ich sah: Das Lamm auf dem Berg Zion, Offb. 14,1». So eine ähnliche Nachricht gab es doch auch bei diesem auf der letzten Tanzplattform so berühmt gewordenen Stück «12/ ...». Was fasziniert VA Wölfl am Tod? Das ist keine Faszination am Tod. Es fasziniert nur die...
Ludica
«Anmerkung 134»
Pier Paolo Pasolini war Bürger und Revolutionär, Poet und kommunistischer Provokateur, Katholik und Ketzer. Bei diesem italienischen Intellektuellen (1922 – 1975), der gegen einen Linksfaschismus polemisierte, brachen sich die Widersprüche. Sein Tod wurde nie aufgeklärt: Ein verurteilter Stricher widerrief sein Geständnis. Der Verdacht, dass...
Tatjana Barbakoff
war die Goldenen Zwanziger Jahre in Person. Ihre Soloauftritte in Berlin inspirierten zahllose Maler und Fotografen ihrer Zeit. Die Portraits der wunderschönen, aus Lettland stammenden Tänzerin sind zahlreich – und nun in Düsseldorf, im Kultur Bahnhof Eller, noch bis zum 1. März zu sehen. Barbakoff hatte weder Vorbilder (obgleich manche Bilder sie...
