stuttgart: Stuttgarter Ballett «Neumeier/McGregor/Elo»

Tanz - Logo

Vor mehr als zwanzig Jahren hat John Neumeier in Stuttgart seine «Fratres» vorgestellt: scheinbar ein Stück von strenger Schönheit – am Ende eher ein verrätseltes Requiem. Das mag seinerzeit zu großen Teilen Márcia Haydée geschuldet gewesen sein, die nie wirklich den Schleier des Geheimnisses lüftete . Aber es lag sicher auch in der Absicht des Choreografen, der seine Arbeit in seinem Buch «In Bewegung» als «enigmatisches Ballett» bezeichnet, als ein «wichtiges, tiefes Werk», das zwischen dem Tod seines Vaters und dem seiner Mutter entstand.

Eine Frau, vier Männer: eine Konstellation, die der seiner Familie glich, sich aber nicht als banale Biografie zu erkennen gab. Vielschichtig erschöpft sich das Werk nicht in der simplen Interpretation der Musik Arvo Pärts («Fratres» in zwei verschiedenen Fassungen, «Cantus in Memory of Benjamin Britten»), sondern lässt der Fantasie des Zuschauers wie dem Tanz der fünf Solisten den Raum, eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln.
 

Nun stehen die «Fratres», von Tamas Detrich neu einstudiert, im Mittelpunkt eines Abends, der das letzte Programm der vergangenen Saison unter verändertem Titel an einem anderen Ort präsentiert. Statt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2010
Rubrik: kalender, Seite 52
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
berlin: Jana Unmüssig, Anna Melnikova «two pieces + 2»

Monaco: Hochhäuser, so weit das Auge reicht, auf jedem ein Hubschrauberlandeplatz, um die Apartments so diskret zu erreichen wie die Bankfiliale im Sockelgeschoss. Architektonisch gesehen, ist der Zwergstaat ein Unikat an Scheußlichkeit. Zweimal sind Jana Unmüßig und Anna Melnikova hier gewesen, um ihre Präsente fürs «Monaco Dance Forum» vorzubereiten. Beide haben...

bonn: Alain Platel u.a. «Gardenia»

Ein kollektives Coming-out von solcher Kraft hatte man in Avignon noch nicht gesehen. Nach diskreten Vorstellungen in der belgischen Heimat ließen Alain Platel und der Regisseur Franck Van Laecke ihre Bombe in der Provence so richtig knallen. Da gibt Vanessa Van Durme die Zeremonienmeisterin in ihrem Kabarett der verflossenen Träume und bringt eine Riege seriöser...

Hanna Berger

war freie Tänzerin in Berlin, ging früh in den Widerstand gegen Hitler und hatte sehr viel Glück. 1942 von der Gestapo verhaftet, konnte sie sich nach einem Bombenangriff befreien, versteckte sich in der Steiermark, blieb nach dem Krieg in Wien und tanzte, gegen erneute Widerstände, in den sozialistischen Ländern, auch in Ost-Berlin. Sie starb 1962. 


1995 sah die...