Nanine Linning: «Cry Love»

Luzern

Tanz - Logo

Zum Greifen nah, dem Zugriff entzogen: Bevor das Tanzstück beginnt, krümmen sich Karen Ilaender, Ha Young Lee, Cecilia de Madrazo Abad, Tommaso Balbo, Sungjae Jun und Andrea Mirabile über den Zuschauern – an Haken aufgehängt. Das Bild von Nanine Linning, langjährige Haus-Choreografin des Scapino Ballet, erinnert stark an die Bilder von Francis Bacon. Ihre Arbeit, die unmittelbar vor «Cry Love» entstand, war ja auch erklärtermaßen seiner Ästhetik verpflichtet.
In «Bacon», so Nanine Linning, findet sich ein Duett, «in dem die Tänzer weinen, während sie sich lieben.

» Diesem «Spannungfeld» der Gegensätze stellt sie sich auch in diesem Stück. «Früher dachte ich, dass positive und negative Gefühle nicht im direkten Zusammenhang stehen, bis ich entdeckt habe, dass ganz gegensätzliche Emotionen unmittelbar zusammengehören und zeitgleich existent sind. Das schlägt sich auch auf die Körperlichkeit nieder.» Mit dieser Körperlichkeit konfrontiert die Choreografin den Betrachter in einer begehbaren Bühneninstallation. Torsi der Tänzer baumeln über ihren Köpfen. Hat der Zuschauer seinen Platz eingenommen, verändert Nanine Linning den Blick: Nun sieht man die sechs durch zwei Video-Screens ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 47
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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