Schwarze Zeiten
Vor ein paar Jahren noch hatte das Londoner Ballettpublikum sie kaum wahrgenommen. Ende Januar errang Cassa Panchos Ballet Black den «Dance Europe Award for Outstanding Company» im Rahmen der nationalen britischen Tanzpreisverleihung. Der rasante Aufstieg ihres Ensembles ist keine Selbstverständlichkeit. Schwarze Balletttänzer sind in Großbritannien Außenseiter.
«A World Stage» steht in großen Lettern unter dem gläsernen Rundbogen. Mit dieser Behauptung und bombastischer Präsenz zieht sich das Royal Opera House einen ganzen Straßenzug entlang durch das Herz von London.
Vor der weltberühmten Spielstätte geht das multikulturelle Treiben seinen gewohnten Gang. Nur die ethnisch gemischte Tänzertruppe, die an jenem Morgen durch den Bühneneingang ins Haus eilt, passt nicht ins Bild. Noch immer haben es kaum Tänzer afrikanischer oder asiatischer Abstammung in die heiligen Hallen des Balletts geschafft. Allein das kleine Ensemble, das nun im Studio probt, versucht seit knapp zehn Jahren diese Exklusivität zu durchbrechen. Sein Name – Ballet Black – ist Programm.
Cassa Pancho und Denzil Bailey sitzen an der Rückwand des verspiegelten Probenraums. Konzentriert beobachten die aus der ...
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