Biblioteca do Corpo
Sie fangen mit einer neuen Folge Ihres gemeinsam mit dem Festival «ImPulsTanz» entwickelten Trainingsprogramms für professionelle Tänzer, «Biblioteca do Corpo», an – wie muss man sich eine «Bibliothek des Körpers» vorstellen? Der Titel ist inspiriert von Jorge Luis Borges’ «Bibliothek von Babel». Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben. Jedes Buch birgt spezielle Informationen, die jeder und jede auf ureigene Weise rezipieren kann.
Ich denke, dass der menschliche Körper selbst Teil einer Weltbibliothek ist, in der eben auch jeder und jede auf ureigene Weise Lebenserfahrung und Kunst aufnimmt und die Information weitergibt. In den Workshops werden Informationen ausgetauscht, um eine neue Sprache zu finden. Die «Biblioteca do Corpo» soll zur Inspirationsquelle für junge Tänzer werden.
Sie arbeiten jetzt zum zweiten Mal mit dem Tanzwerk 101 in Zürich zusammen. Hier findet die erste Woche des Programms statt, bevor die Gruppe dann für einen Monat nach Wien zu «ImPulsTanz» fährt. Warum Zürich? Das Tanzwerk 101 ist von der Größe und der Infrastruktur her ideal für das Zusammentreffen internationaler Künstler, bevor sie in den Trubel des Festivalbetriebs eintauchen.
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Lilo Weber
Das in Brüssel ansässige multinationale Performancekollektiv Fieldworks um den Norweger Heine Avdal und die Japanerin Yukiko Shinozaki entwickelt in seiner aktuellen Arbeit «unannounced» eine Erzählung aus den Rahmenbedingungen des Theaters, die der Zuschauer normalerweise bewusst ausblendet. Dabei wirkt der Titel beinahe wie eine Referenz auf das legendäre Ballett...
«Heavy lifting! Ja. Heavy lifting, moaaaah.» Ein kurzes Stöhnen grollt aus Meg Stuarts Kehle. Es ist der Sound des Mitfühlens, denn so klingt, was die Tänzer in diesem Augenblick tun: Sie drücken sich wieder und wieder vom Boden weg, springen, aber mit Körpern, die aussehen wie tropfnass-vollgesogene Säcke. Sinnloser Versuch, mit einer Bewegung die Materialität des...
Am besten betritt man den Dark Room einzeln. Obwohl, so dunkel ist es in dem Raum dann doch nicht, den der Choreograf Jiří Kylián mit seinen Fotos bestückt. Auch ist man nicht ganz allein. In einer Ecke scheint jemand, auf einem Stuhl sitzend, auf all die Objekte aufzupassen, die sich vom Besucher greifen lassen. Beim Nähertreten meint man Sabine Kupferberg zu...
