Mei Hong Lin: "VergissMeinNicht"
Ach, wie die Zeit vergeht! Bei Federico García Lorca sollen das wechselnde weibliche Kleidermoden verdeutlichen und das wiederholt zitierte Gedicht von einer Rose, die Farbe und Festigkeit wechselt, bis sie vergeht. Die Hauptfigur im Drama «Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen» (ca. 1935) ist so ein Blümchen. Ihr Bienerich schnüffelt an ihr und macht sich fort – Arbeit, Arbeit. Verspricht wiederzukommen, die Heirat, sie glaubt, sie wartet. 26 Jahre, dann hat er eine andere, und sie hat keinen. Irgendwie hat sie es geahnt und auch so gewollt, das ist Doña Rosita.
Mei Hong Lin bebildert dieses Drama der Zurückhaltung als «VergissMeinNicht» («frei nach Motiven») und erfindet eine Erklärung für Rositas Verzicht. Schiebt den 1936 erschossenen homosexuellen Dichter selbst auf die Bühne. Gleich zu Beginn wird der Kerl ermordet und geistert fortan mit kalkweißem Gesicht und rotgeränderten Augen durchs Stück herum wie der personifizierte Trübsinn oder zieht Rosita, seine Züchtung, in ein langsames Duett von Stützen und Gleiten. Ein Kontakt ohne Blicke, doch hautnah. Einmal tanzen sie mit einem Spiegel, suchen sich selbst oder den anderen und erkennen doch nichts – schönes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Geboren in São Paulo, studierte sie Cec-chetti-Technik bei Maria Melo, ehemalige Primaballerina der Scala di Milano. Nach der klassischen Ausbildung an der Stuttgarter John-Cranko-Akademie lernte sie in New York moderne Tanztechnik und Yoga kennen. Am Alan Bateman Institute for Health Body Education absolvierte sie ihre Yoga-Ausbildung. Zurück in Deutschland, wurde...
In den alten St. Pauli-Elbtunnel in Hamburg passen 1400 Bilder. Sechzehn Bildstrecken sind auf 3700 Quadratmetern Tunnelfläche geplant. Ausgangspunkt sind siebzig großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Fotokünstlers Wiechmann Aiette-Shagal. Zu sehen ist entlang der Tunneldecke ein körperbetont und leidenschaftlich tanzendes Paar. Elf weitere Künstler ergänzen und...
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff,
die Stadt Bonn hat die Tanzsparte an ihren Bühnen abgewickelt, in Köln droht das gleiche Szenario. Sie haben die Gründung eines gemeinsamen Balletts an der Rheinschiene angeregt mit Beteiligung der Städte Düsseldorf, Duisburg, Köln und Bonn. Denken Sie an ein Staatsballett NRW? Nein, so würde ich das nicht nennen. Hier geht es nicht...
