Hooman Sharifi: «Every Order Eventually Loses Its Terror»

Tanz - Logo

Am 3. November ist wieder Ashura-Tag. Schiitische Muslime tanzen und geißeln sich im Gedenken an den Heldentod des historischen Imam Hussein Ibn Ali, der 680 in der Schlacht von Kerbela im Kampf gegen die Sunniten fiel. Sunniten und Aleviten verzehren an diesem Tag Süßspeisen für den Frieden, Schiiten bluten, kasteien sich selbst. Die Ashura, der letzte Tag des heiligen Monats Muharrem, steht gleichzeitig für den Auszug aus Ägypten, das Stranden der Arche Noah und einiges mehr.

Hooman Sharifi, norwegischer Choreograf mit iranischen Wurzeln, geht in «Every order eventually loses its terror» seinen schiitischen, unauslöschlichen Kindheitserinnerungen auf den Grund. 14 Jahre jung war er, als er 1974 nach Norwegen auswandern musste. Vier Jahre später kam es in Teheran am Ashura-Tag zu einer Massendemonstration. Kurz darauf musste der Schah das Land verlassen. Politische Aspekte seines Heimatlandes hat Sharifi immer wieder behandelt, in dem eher rational konstruierten «Then love was found and set the world on fire» (das in Düsseldorf, tanzhaus NRW, am 3., 4. Okt. zu sehen ist). In «Every order», dem letzten Werk seiner Impure Company, bevor Sharifi die künstlerische Leitung der Kompanie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
medien

bildband_________

birgit keil

Sie war die große deutsche Ballerina der Cranko-Zeit, zu ihrem 70. Geburtstag im September ist nun das zweite Buch über Birgit Keil erschienen, das auch ihre spätere Karriere als Pädagogin, Akademie- und Kompaniedirektorin würdigen will.

Geschrieben hat es Wiebke Hüster, meinungsfreudige Ballettkritikerin der «Frankfurter Allgemeinen...

persönlich

newcomer_________

danya hammoud

Im Leben lacht sie, auf der Bühne nicht. In ihren Stücken geht es um Krieg oder die Stellung der Frau und andere Fragen, die mit Gewalt verbunden sind. Danya Hammoud stammt aus Beirut und hat vor, ihren Lebensschwerpunkt dort auch zu behalten: als Mitglied im Theaterkollektiv Zoukak, dessen Gründerin sie war. Zoukak besitzt, was für...

dortmund: Stephanie Thiersch: «The Memory Machine»

Baden in Tanzgeschichte. Der Boden des quadratischen Raums ist voller Papierstreifen. Darauf sind Erinnerungen gedruckt, Erinnerungen von Zeitzeugen der deutschen Tanzhistorie. Mit den akkurat zerschnittenen Memoiren werfen drei Performer wild um sich. Ein Tänzer umarmt eine Zuschauerin, während er auf sie einredet. Und häuft Sprach-Luftschlangen auf ihren Kopf,...