Im Rausch der Kleckse

Der belgische Choreograf Wim Vandekeybus lässt in München die «Bakchen» absaufen.

Tanz - Logo

Martin Kušej, Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels in München, wechselt zur kommenden Theatersaison nach Wien an die Burg. Zu seinem Abschied wird im großen Haus, dem Resi, wie die Münchner ihr Residenztheater nennen, ab Ende Mai die -Niederspannungshauptverteilung – vulgo: Strom-anlage – auf den heutigen Stand gebracht. In den zwei anderen Spielstätten, in Cuvilliéstheater und Marstall, wird derweil wacker weitergespielt. Ob Kušejs Nachfolger Andreas Beck, bisher Intendant am Theater Basel, etwas aus dem Spielplan seines Vorgängers übernimmt, weiß man noch nicht.

Im Angebot ist zum Beispiel: Ulrich Rasches sündteures, für Schauspieler und Zuschauer erschöpfendes Überwältigungsmaschinentheater namens «Elektra». Ebenfalls zu haben: eine im Cuvilliéstheater, dem Rokoko-Juwel unter den Staatsschauspiel-Liegenschaften, herausgebrachte modernistische Antikenproduktion. «Die Bakchen – lasst uns tanzen» nach Euripides, sprachlich auf den heute verträglichen Stand gebracht von Peter Verhelst, inszeniert und choreografiert von keinem Geringeren als Wim Vandekeybus. Herausgekommen ist ein Bühnenzwitter, der weder dem Tanz noch dem Theater eindeutig zuzuordnen ist. 

Der Flame ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Eva-Elisabeth Fischer

Weitere Beiträge
CD, DVD, Buch 5/19

CD des Monats: Let’s dance 

Nein, mit der RTL-Tanzshow hat die CD wirklich nichts zu schaffen. Der Titel «Let’s dance!» ist denn auch der einzige Missgriff, den sich Hanna- Shybayeva (oder doch wohl eher Ars Produktion) leistet. Populismus jeglicher Art liegt der 40-jährigen Pianistin aus Minsk fern. Quer durch vier Jahrhunderte ertastet sie auf einem...

Highlights 5/19

Brüssel: Kunstenfestivaldesarts

Nur zwei Beispiele, wie Tanzkunst auf die Welt von heute reagiert: Die südkoreanische Choreografin Geumhyung Jeong greift für ihr «Reha-Training» auf eine lebensgroße männliche Puppe zurück, wie sie zur Ausbildung von Kranken-schwestern benutzt wird: Ein absurder Versuch, die Puppe mit konkreten tänzerischen Aufgaben zu...

Oldenburg: Mavin Khoo «Man to Monk – Part 1 – Man»

Der Titel will auf Progression hinaus, vielleicht auf Überwindung. Von «Man to Monk» soll die Entwicklung in Mavin Khoos neuer Produktion gehen, von Mensch zu Mönch, von Fleisch zu Geist. Das Programm des Stücks, das im November am Londoner Sadler‘s Wells herauskam, wird als Reise von «basaler menschlicher Emotion und gesellschaftlichen Ansprüchen hin zu...