ludwigsburg: christine chu «ichen»
«Das Zeitalter der Ichlinge geht zu Ende», prophezeit Horst Opaschowski in der Wertewandel-Studie der Stiftung für Zukunftsfragen. Der Grund: «Die Krisenerfahrung verändert die Werteskala der Menschen – das Ich braucht das Wir. Die Sehnsucht nach Halt, nach sozialer Geborgenheit und menschlicher Wärme wächst.»
Mag sein. Doch bevor das Wir wirklich Wert hat, muss erst einmal das eigene Ich stabil sein. Dass diese Selbstfindung alles andere als einfach ist, hat im Frühjahr 2009 Henrietta Horn mit «Schimmer» vorgeführt.
Weniger beschönigend, man könnte auch sagen: entblößter, gibt sich Christine Chu, Folkwang-Absolventin wie Henrietta Horn. Auch sie beschäftigt sich mit ihrem Ich. Eine blonde Perücke verwandelt sie in einen Vamp, dunkle Sonnenbrille inklusive. Das schrille Op-Art-Outfit befriedigt möglicherweise das männliche Begehren. Über das eigene Dilemma hilft der weiße Mini nicht hinweg. «Wen kann ich alles glaubhaft verkörpern?», fragt Christine Chu im Programmheft. Und: «Ist das, was ich für meine Persönlichkeit halte, überhaupt darstellbar?»
Die Frage ist deshalb berechtigt, weil Christine Chu als Solistin aus dem Schwäbischen auch in der Kultur ihrer koreanischen Ahnen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2011
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Hartmut Regnitz
Wie kamen Sie auf die Idee, einen Film über das Ballett der Pariser
Opéra zu drehen?
Ich drehte schon 1992 einen über das American Ballet Theatre. 2000 lebte ich in Paris und war oft im Ballett. Es war naheliegend, noch einen Film über Tanz zu drehen. Mich interessierten die Unterschiede zwischen einer Kompanie in den USA und in Frankreich.
Sie zeigen wesentlich...
Besser lässt sich der Eindruck nicht in Worte fassen: «Ihre Stimmen tanzen – und das Singen wird zu einer inneren, unsichtbaren Choreografie.» Arthur Nauzyciel hat als künstlerischer Berater die Entwicklung der gemeinsamen Arbeit von Sidi Larbi Cherkaoui und Shantala Shivalingappa begleitet, um das zu erfassen, was beide anfangs «Adam & Eve» nannten. Jetzt heißt es...
«Egon Madsen», sagt der Erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland, «gehört zu den Tänzern, die viel zu leicht vergessen werden.» Ulrich Roehm sitzt am Kopfende eines schmucklosen Tischs im vierten Stock eines schmucklosen Essener Hotels. Die Pressekonferenz zur Verleihung des undotierten «Deutschen Tanzpreises» 2011 richtet er...
