Zart, aber nie zaghaft

Noch keine dreißig und schon ein Star mit weltweiter Ausstrahlung Léonore Baulac zählt zu den Solitären des Pariser Opernballetts. Dabei hat die Hierarchie ihr es nicht immer leicht gemacht.

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Zu Jahresbeginn zeigt sich Léonore Baulac alias «leobaulac» auf Instagram mit einer Giraffe. Die Danseuse étoile der Pariser Oper hat eben ihren Urlaub in Kenia angetreten, der allerdings kein echter Urlaub ist. Schon am nächsten Tag sieht man Baulac im Trikot inmitten einer Mädchenschar, die sich an blauen Plastikstühlen festhält – Ersatz für die Ballettstange. Als Botschafterin des «What Dance Can Do Project» ist die Tänzerin nach Nairobi gekommen, um eine Woche lang junge Menschen zu unterrichten, die im Slum von Kibera leben.

Zu Hause in Paris beteiligt sie sich auch an kleinen Vorstellungen für kranke Kinder und Jugendliche im Hôpital Necker, wie sie mir einige Tage vor ihrer Abreise erzählt: «Mein Kollege, der Danseur étoile Hugo Marchand, hat mich mit der Organisation bekannt gemacht.» 

Auch mal in Turnschuhen

Wir sitzen in ihrer Garderobe im Palais Garnier, das Treffen fällt mitten in eine aufregende und aufwühlende Zeit. Zu Silvester soll sie eigentlich die letzte Vorstellung von «Raymonda» tanzen, 1983 von Rudolf Nurejew nach Marius Petipa choreografiert – eine Partie, die es in sich hat. Aber seit Anfang Dezember hat an der Pariser Oper keine Vorstellung mehr ...

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Tanz Februar 2020
Rubrik: Menschen, Seite 35
von Rosita Boisseau

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