To a simple, rock'n'roll ... song
Wenn man sich dem Londoner Barbican Centre von der falschen Seite her nähert, nämlich von Süden, wandert man gefühlte zwei Stunden durch ein einförmiges, in Beton gegossenes Hochhaussiedlungslabyrinth, das einen sehr loriothaften Eindruck vermittelt vom Wohntraum der 1960er-Jahre. In Londons gentrifizierter Stadtmitte hier und heute leben zu dürfen, ist für viele sicher ein Glücksfall.
Folgt man den durchaus sparsam angeordneten kleinen weißen Schildern, die das Barbican verheißen, empfängt einen das Kunst- und Kulturzentrum im innenarchitektonischen Retro-Schick eines braun-orangefarbenen Parkhauses, das immerhin bereits die 1970er-Jahre erahnen lässt.
Michael Clark ist assoziierter Künstler der Institution, also wird hier seine neue Produktion gezeigt. Sie heißt, nach einer Liedzeile von Patti Smith, «to a simple, rock ’n’ roll ... song». Der Anlass: Clark hat sich, nachdem er 2014 eine Ehrenauszeichnung der Queen für seine Verdienste um den Tanz erhalten hatte, in eine Phase der «Introspektion» begeben, wie das Programmheft britisch-zurückhaltend bemerkt. Nun ist der Choreograf aber wieder da und unternimmt in Form des neuen Stücks eine Retrospektion: Es geht um Choreografen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Susanne Foellmer
Na bitte, geht doch, und es musste dafür noch nicht mal Weihnachten werden: Die Pina Bausch Foundation und der französische Verlag L‘Arche Editeur haben ihren Streit beigelegt (tanz 7/16). Dabei ging es, wie die Stiftung mitteilte, «um hunderte von Videobändern von einzigartigem tanzhistorischen Wert». In einer Vereinbarung einigten sich die Parteien darauf,...
Eigentlich taugt Weihnachts-Völlerei nur dazu, dass man sich irgendwann in mehr oder minder bewegungsuntauglichem Zustand zurückziehen und ein Buch zur Hand nehmen darf – das möglichst unterhaltsam von Bewegung handelt. Hervorragend geeignet ist dieser von Natalie Fischer edierte Sammelband, der uns auf eine Reise von England über den Balkan nach Russland...
Trachtenjoppe, Cargo-Hosen, Rucksack – was hat so ein Bayer im Flachland verloren? Ein Münchner in Dessau? Der Choreograf Josef Eder hat sich diese Frage auch gestellt, wenn er zu Proben aus dem Wohlstands-Süden in den Norden fuhr. Nicht gerade in ein Notstandsgebiet, aber in eine Stadt mit Strukturproblemen, der die Jugend davonläuft. Über das Ausbluten des...
