Stichprobe: In Dresden wirbelt die shot AG

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Wenn es sein muss, tanzen sie sogar auf schmelzenden Butterbergen. Doch diesmal winden sich Nora Schott und Ariane Thalheim im Staub ihres Angesichts, bis ihren Larven nicht Schmetterlinge, sondern zwei brisante Kunstgeschöpfe entschlüpfen. Und die fackeln nicht lang. Wann immer sie tanzen, sind sie Feuer und Flamme und brennen ihre Bewegungen ab, als wäre ihre Choreografie eine ­Lunte.
«Soft Gum – Slow Gun» nennen die Gründungsmitglieder der shot AG ein Projekt im Rahmen der Dresdner «Insel-Lösung», das seine Sprengkraft schon vom ersten Moment an aktiviert.

Wie verzweifelt gebärdet sich der Spot. Wenn der Strahl in der dunklen Schneu­ne zufällig mal auf eine der beiden Tänzerinnen trifft, lässt sich deren Tanz nie «verorten». Alles scheint sich aufzulösen in extremer Bewegtheit. Unmöglich, auch nur einen flüchtigen Eindruck der zertanzten Persönlichkeit zu erhaschen. Nicht eine Sekunde lang fügt sich der fragmentarische Körper zum Ganzen. Da ein Stück weißer Haut, dort ein gehetzter Schatten, zwischendurch die nackte Wand, als ob sie den «visions ­fugitives» Einhalt gebieten könnte.
Natürlich kann so was nicht von Dauer sein. Also schaffen Nora Schott und Ariane Thalheim immer ...

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Tanz Juni 2005
Rubrik: On Stage, Seite 45
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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