Tänzer des Jahres: Stuttgarter Männer

Wie soll man sich bei dieser herrlichen Herrenriege für nur einen Solisten entscheiden? Unsere Kritiker konnten es nicht – darum sind sie nun alle gewählt: die Stuttgarter Meistertänzer

Tanz - Logo

«Wir bräuchten dringend einen Prinzen. Aber die sind alle in Stuttgart», stöhnte der Manager eines großen deutschen Opernballetts. Und aus Stuttgart bringt sie so schnell keiner weg, obwohl sich die männlichen Stars hier auf die Füße treten. Deshalb verwundert es nicht, dass die Herrenriege auch bei der aktuellen tanz-Umfrage das Feld klar dominiert.

Seit Jahren steht Ballettintendant Reid Anderson vor dem selbst geschaffenen Luxusproblem, seine zahlreichen preisbedachten, weltweit herumgereichten Ballerinos so mit Rollen und Auftritten zu versorgen, dass sich keiner unterfordert fühlt. Und weil er das so gut macht, vermehren sie sich wundersam von Jahr zu Jahr.

Noch immer wird das Bild einer großen klassischen Kompanie von ihren Ballerinen geprägt – sei es als hartnäckiger Traditionsrest aus dem 19. Jahrhundert, wo der Partner lediglich als Träger diente, oder als Ergebnis der höheren Mädchenquote im Ballettunterricht, die quasi automatisch mehr weibliche Führungskräfte hervorbringt (bisher leider nur auf und nicht hinter der Bühne). In glücklichen Phasen herrscht ein Gleichgewicht der Geschlechter, wie es in Stuttgart einst mit den berühmten «Initialen» R(ichard Cragun), B(irgit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 140
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
Sammler-Herzen

Eigentlich war der Rahm längst abgeschöpft. Schon 2012 hatte die erste, sensationelle Versteigerung in Lausanne etwa sechs Millionen Euro erbracht, siebenmal mehr als erwartet. Aber Serge Lifars Hinterlassenschaft scheint schier unerschöpflich: Der Mann sammelte, was er nur kriegen konnte, und warf kaum etwas in den Müll. Der Tänzer, Choreograf und langjährige...

Die Komponistin: Maria-Helena Buckley

Maria-Helena Buckley, Sie haben bis Juni 2009 20 Jahre lang in Berlin getanzt, an der Deutschen Oper, der Staatsoper und am Staatsballett. Zuletzt waren Sie Erste Solistin. Wie sollte es mit Ihrer Karriere nach der Karriere weitergehen? Hat Sie Fotografie interessiert?
Die Fotografie nicht wirklich, Bilder schon. Mein Vater ist Maler, ich bin mit Bildern...

Der Beobachter: Henry Leutwyler

Henry Leutwyler, was hat Sie bewogen, diesen Bildband zu machen? Es sind nicht unbedingt perfekte Augenblicke – im Sinn des konventionellen Ballettverständnisses –, die Sie festhalten.
Mein Hauptanliegen war es, Schönheit einzufangen. Und ich glaube nun mal, dass Schönheit nicht in der Perfektion zu finden ist. Die Perfektion einer bestimmten Tanzproduktion...