mensch raum maschine
Es geht rechtsrum und linksrum, aufwärts und abwärts auf spiralförmigen Bahnen in einem gläsernen Turm, den László Moholy-Nagy, Meister am Bauhaus, 1922 dynamisch schräg aufs Papier gestellt hat. Als ob Bewegung wie Drehen und Kreiseln Architektur geworden wäre, samt einer Prise purer Lust an der Eroberung des Raums, so wirkt diese als «Kinetisch-Konstruktives System» bezeichnete Zeichnung. Sie ist Teil der Ausstellung «Mensch-Raum-Maschine» am Bauhaus Dessau, die den Bühnenexperimenten der berühmten Schule gewidmet ist.
Moholy-Nagy war Leiter der Metallwerkstatt und interessiert an Fotografie, Film, Licht und Bewegung. Auf ihn geht ein schwarzweißes Lichtspiel zurück, erzeugt von einem Apparat aus Spiegeln, Gittern und Lochblechen, die – umeinander kreisend – fortwährend neue Muster von Licht und Schatten erzeugen. Dieses Spiel des «Modulators» hat Moholy-Nagy selbst auf Film festgehalten und durch Doppelbelichtung noch einmal die Effekte der Transparenz potenziert. Es ist ein wunderbarer Tanz abstrakter Elemente, der bis heute viel von der Euphorie transportiert, in neue Räume aufbrechen zu wollen – im ästhetischen Sinn zunächst. Dass dies auch ein Hebel zum ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller
_____deutschland
On tour
Momix kommt mit «Botanica», einer neuen Show des amerikanischen Tanz-Illusionisten Moses Pendleton (siehe S. 38): Hamburg, Kampnagel, 31. Dez. – 12. Jan.; Düsseldorf, 15.–26. Jan.; Frankfurt, Alte Oper, 29.–31. Jan.momix-show.de
Augsburg
Theater «Das Bildnis des Dorian Gray», Ballett von Michael Pink (siehe S. 34).
3., 12., 24., 25. Jan....
stockholm_________
the emperor
Das Königliche Opernhaus zu Stockholm liegt zwar nur einen Brückenschlag vom Schloss entfernt, trotzdem frönen Tanzliebhaber selten der Royalmania. Das könnte anders werden, wenn Jo Strømgren und Örjan Andersson sich die verblichenen Majestäten Skandinaviens im choreografischen Doppelpack vorknöpfen. «Gaîté Suédoise» und...
Um Tschaikowskys «Schwanensee» mit nur 14 Tänzern zu visualisieren, ohne dabei auf «klassische» Qualitäten zu verzichten, muss man sich schon was einfallen lassen. Aber Bridget Breiner hat in der kurzen Zeit ihres Gelsenkirchner Engagements nicht nur Prokofjews «Cinderella» so raffiniert ent«rußt», dass sie dafür sogar den Deutschen Theaterpreis «Der Faust»...
