Die Lehrerin: Germaine Acogny
In welchem Zusammenhang steht die Natur im Umfeld der École des sables, die im Süden von Dakar gleich neben den Ausläufern der Savanne liegt, mit Ihrer Lehrmethode?
Als wir die Schule eröffneten, lag sie noch mitten in der senegalesischen Wildnis. Inzwischen werden wir langsam von der Zersiedelung der Landschaft eingeholt. Deshalb haben wir und Freunde aus Europa Land aufgekauft, um weiter auch in der Natur tanzen zu können.
Alle Grundfiguren meiner Technik, die stark mit der Wirbelsäule arbeitet, tragen Namen aus der Natur: die Seerose, der Frosch, der Baobab … Wir gehen auch mal Tiere beobachten und kreieren dann, von deren Bewegungen ausgehend, Tänze. Genauso spielen Alltagsbewegungen, wie sie bei der Ernte oder der Arbeit mit dem Mörser anfallen, eine Rolle. Dafür ist es wichtig, dass wir im Kontakt mit dem Fischerdorf Toubab Dialaw stehen.
Die Wirbelsäule spielt in Ihrer Technik eine besondere Rolle?
Alles geht von der Wirbelsäule aus. Sie beeinflusst die Arme und Beine, die Gestik und den Fluss der Bewegungsabläufe. Sie ist der Lebensbaum. Meine Grammatik der Wirbelsäule fußt auf Kontraktion, Tremor und Ondulation. Wir trainieren alle umliegenden Muskeln und benutzen sie ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: praxis, Seite 74
von Thomas Hahn
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