Occasional Theatre
Das Licht schält sie sanft, fast nachsichtig, aus dem Dunkel heraus. Zwei Figuren, sie vorn, er hinten, in zwei Welten. Dazu klackert, schabt und hallt es in der elektronischen Klangkulisse. Als blicke man in eine entfernte Zeit, einen fremden Ort; zerfallen und vergessen sind Alltag und Leben. Die Frau im knielangen goldbraunen Kleid reckt ihr Gesicht suchend, leicht schwankend, in die Höhe. Immer wieder greift die eine Hand zum Arm der anderen Körperseite.
Halt suchend, verletzt, verschlossen? Oder sie tanzt in ewigen Wiederholungen, die Arme mal ausgestreckt, mal eingeknickt, ihren kleinen Wirkungsraum aus, sinnlos beschäftigt. Der Mann liegt platt am Boden, die Arme wellen sich und zucken, mit der Zeit wächst das Lebewesen auch ins Stehen. Sie sehen einander an wie im Spiegel, die Entfernung schmilzt allmählich; am Ende, nach fast dreißig Minuten, hält er sie wie ein Retter im Arm.
Die Künstlichkeit verleiht «Alchemik Halucynacji» einen fast filmischen Zauber, doch das Duett hinterlässt einen allzu süßlich-schweren Geschmack. Die mit diversen Preisen ausgezeichneten Tänzer-Choreografen Joanna Czajkowska und Jacek Krawczyk schufen seit 1998 mit ihrem Teatr Okazjonalny/Occasional ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Ausrufezeichen hinter dem Namen Béjart, mit dem das Ballett der Straßburger Rheinoper seinen Abend ankündigte, lässt keinen Zweifel. Eine Hommage an den im vergangenen November verstorbenen großen Choreografen sollte es nicht werden, «dergleichen hätte Maurice gelangweilt», wie Ballet-Chef Bertrand d’At sagte. Der ehemalige Tänzer und spätere Assistent Béjarts...
Mitgearbeitet haben: Claus Hipp, Roger Willemsen, Tom Buhrow, Richard von Weizsäcker, Marianne Birthler, der Kochkünstler Ferran Adrià, der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar, die Hochkommissarin der UNO für Menschenrechte, Louise Arbour, fünf Preisträger des Nürnberger Menschenrechtspreises aus Ruanda, Tunesien, Usbekistan, Indien und Pakistan und, und ... Andere...
1946 eröffnete in Gdansk eine Ballettschule. Das Militär half dabei nach Kräften. Es gab sie noch, nährende Nähe zur Armee. Aber dann entband der Sozialismus das Militär von allen Kunstpflichten. Heute, so Witold Mrozek, der in Gdansk das Tanzportal Nowy Taniec (Neuer Tanz) redigiert, sind sie alle gegen Tanz. «Die Katholizisten verachten seine Profanität. Die...
