Knoten entknoten

Choreografisches Denken in öffentlichen Dialogprozessen.

Tanz - Logo

Ich bin auf zwei Feldern tätig – Tanz und Konfliktlösung. Die Arbeit von Tänzern und Choreo-grafen beinhaltet körperliches Denken und sich choreografische Strategien auszudenken, um Ideen eine kommunikative Form zu geben. Die Arbeit eines Konfliktspezialisten zielt darauf, Menschen im Konfliktfall dabei zu helfen, dass sie miteinander über einmal erkannte Grenzen hinweg wirksam kommunizieren können.

Als ich anfing, Konflikte zu bearbeiten, hatte ich schon 30-jährige performative und schöpferische Erfahrung in Tanz und Theater hinter mir, die meiste Zeit davon beim Ballett Frankfurt und bei der Forsythe Company, ebenfalls in Frankfurt. Ich wusste um die Subtilität und die Macht körperlicher Prozesse, wenn es darum geht, Erfahrung zu ermöglichen und im Kontext einer Performance Veränderungen auszulösen. Aber ich lehnte anfangs die Idee ab, choreografische Strategien im Konfliktbereich zu nutzen. Ich fürchtete, dass mir eine Zusammenführung der Arbeit beider Bereiche nichts als einen verwässerten, wirkungslosen Mischmasch bescheren würde.

Nach einer Phase von «trial and error» im Bereich der Konfliktlösung, insbesondere in der Arena des öffentlichen Dialogs, stellte ich fest, dass ich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 70
von Dana Caspersen

Weitere Beiträge
Die Hoffnungsträger

Keine verkörperte die Olympia wie sie, voll erlesenem Geschmack, dabei auf eine aparte Art verführerisch und mit einer Erhabenheit, der auch die Zurückweisung durch Armand nichts anhaben konnte. Jeder, der seinerzeit bei der «Kameliendame» von John Neumeier in Stuttgart mitgefiebert hat, wird Nora Kimball in lebhafter Erinnerung haben – ebenso wie Márcia Haydée,...

Die Hoffnungsträger

Christoph Böhm, geboren in Halle an der Saale, absolvierte seine Ausbildung von 1982 bis 1986 an der Fachschule für Tanz in Leipzig. Mit Beginn seiner Tanzkarriere weckte er bald einige Hoffnung – und erfüllte sie insbesondere als Erster Solist im Ballett der Oper Leipzig unter Uwe Scholz. Ab 1991 bis zu seinem Tod 2004 schuf der Choreograf für Böhm etliche...

Die Hoffnungsträger

Unlängst schlüpfte Ida Praetorius am Kongelige Teater von Kopenhagen noch einmal in die weibliche Hauptrolle von John Neumeiers «Romeo und Julia» – die sie erstmals mit 19 Jahren innehatte, im Jahr 2013. Ungeachtet ihrer vielseitigen technischen Begabung bestach ihre damalige Interpretation nicht durch eine sonderlich persönliche Lesart. Bei der Wiederaufnahme aber...