Sacrée Afrique
Kaum mehr ein Choreograf, der auf sich hält und darauf verzichten würde, seinen «Sacre du printemps» zu kreieren. Die Versionen zählt man bereits zu Hunderten, und die meisten davon entstanden in jüngster Zeit. Das Festival Les Hivernales in Avignon stand in diesem Jahr gar unter dem Thema «Sacre». Es dürfte also niemanden wundern, wenn auch afrikanische Choreografen, ohnehin zunehmend in die europäische Tanzlandschaft eingebunden, sich an Strawinsky austoben. Was hier nicht körperlich gemeint ist, denn der «Sacre» hilft ihnen eher, Energien zu kanalisieren und zu strukturieren.
Man kann sich höchstens fragen, warum es überhaupt so lange gedauert hat. Ein Grund ist, dass erst eine ganze Generation afrikanischer Choreografen Erfahrungen in Europa sammeln musste. Wer stieß die Tür auf? Elsa Wolliaston mit «Réveil» – das Erwachen. Frühlingserwachen der Verführungskünste zwischen Leben und Tod. Der schwarze Wecker klingelte 1997. Wolliaston spricht vom «Rite Of Spring» (hat mehr Kraft) und meint, der «Sacre» stehe ohnehin Afrika näher als dem Okzident, da Strawinsky sich die Inspiration für sein Œuvre bei den Schamanen holte.
Das Thema ist ja auch wie geschaffen, in seinem Bezug zur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
After more than twenty years, it seems that we have entered a new phase in the field of contemporary dance. I am not trying to define the latest heroic moment in dance: these days it is only too obvious that a history that follows a lineal and positive timeline does not reflect reality. This new phenomenon (that shares time and space with other phenomena of very...
Beharrlichkeit führt zum Ziel, und Oleksi Bessmertni kann ganz schön hartnäckig sein. Schließlich hat es sich der Ukrainer aus Odessa in den Kopf gesetzt, eines Tages Kulturminister in seiner Heimat zu werden. «Ich will für mein Land etwas tun», sagt Bessmertni. An Kompetenz (und den nötigen Verbindungen) fehlt es dem 34-Jährigen nicht. Das Manager-Diplom der Uni...
Der Versuch Martin Stiefermanns, den lieben Gott zu spielen mit seiner Tanzkompanie Oldenburg und Kollegen aus New York, Luzern, Osnabrück, Groningen, Kuba und Mannheim, um den Dekalog in tanztheatralischen Essays zu kommentieren, wurde vom Allmächtigen gnädig geduldet. Das Projekt erwies sich als geglückter Schöpfungsakt. Was in einer stilistischen Melange...
