bremen: helge letonja

Helge Letonja: «The Desert»

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Die Wüste ist ein Ort des Wandels, ist ständig in Bewegung. Und für jedes menschliche Wesen, das sich in sie hineinwagt, bedeutet Stillstand gleichsam den sicheren Tod. Naturmetaphern hat der Bremer Choreograf Helge Letonja zur Versinnbildlichung von Grenzen gewählt. Den Abschluss seiner Trilogie zum Thema Migration, «DisPLACING Future», nennt er «The Desert». Zur Uraufführung in der Bremer Schwankhalle markiert ein blendend weißes Quadrat auf schwarzem Grund den Ort, zieht die Aufmerksamkeit ins Zentrum der sich in Dunkelheit verlierenden offenen Bühne.

Wie aus dem Nichts treten die Tänzer an die Schwelle zum Licht. Einzeln. In einnehmenden Soli, die das Gerüst des gesamten Stücks bilden.

Den Anfang macht I-Fen Lin, die in einem weißen, durchscheinenden Kleid mit der Umgebung verschmilzt. Sie streckt die Arme aus, tastet, greift ins Leere und windet dabei ihren Torso, als schäle sie sich aus der eigenen Haut. Die Anpassung an eine andere Kultur, eine fremde Umgebung beinhaltet Durststrecken von haltloser Einsamkeit und verlangt letztlich nach Überwindung der eigenen Natur. Eine Botschaft, die Letonja in filigrane und weitgehend abstrakte choreografische Bilder überführt.

Überwogen ...

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Tanz Oktober 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von Irmela Kästner

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