Breakin’ Numbers
Go Ready
Eintausend Tänzer treffen sich im tanzhaus nrw in Düsseldorf ohne Choreografen, ohne Ballettmeister, ohne ihre Eltern und erst recht ohne Kritiker. Die Tänzer bringen nur mit, was sie wirklich brauchen: Diejenigen, die man ihre fingerfertigen Pianisten nennen könnte, die DJs, dazu ein paar altvordere Tänzer. Sie spielen die Judges. Die Jury. Es gibt keine Audition, keine Zulassung, keine Beschränkungen. Angemeldet per Internet, bilden sie am späten Nachmittag einen Bienenschwarm, um bei der Registratur zur Nummer zu werden.
Nicht der Name zählt, nicht der Ruhm, nicht die Karriere – alle sind gleich. Nicht gleich gut, aber das wird sich zeigen. Keine Vorauswahl. Jede Nummer gegen jede und alle gegen die Musik. Das ganze Haus am Düsseldorfer Bahnhof, die Studios, die Ränge, die große Bühne, gedampft voll mit Tänzern. Nur das Bistro nebenan nicht – kein Alkohol, auch sonst keine Drogen. Ist ihnen zu teuer. Es reicht, wenn tausend Selbertänzer dem Solisten zujubeln, der nur knappe dreißig Sekunden kurz im Mittelpunkt steht und zeigt, was los ist. Wenn man Glück hat, und die Stimmung gut steht, verwandelt eine einzige Person das Theater in eine mit wedelnden Armen jubelnde ...
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Eine Sperrholzwand riegelt die Tiefe des Bockenheimer Depots in Frankfurt am Main ab. Gucklöcher sind hineingefräst, durch die wir hindurchspähen. Der Blick fällt in einen Raum, der wie ein unaufgeräumtes Künstleratelier aussieht. Großflächige Fotos stehen herum, auf denen die Tänzer der Forsythe Company als computertechnisch verzerrte Gestalten abgebildet sind....
ist verdächtig. Sie verändert die Welt. Heute kleidet sie sich so, morgen benimmt sie sich anders. Das ist in intellektuellen Künstlerkreisen sehr verdächtig. Aber nur, weil Mode das ist, was die Kunst am liebsten selber tun wollte. Die Welt verändern. Was nicht ging, denn stets haftete der Kunst der Makel an, für Beständigkeit, für Identität und große Werte zu...
«Es ist den Volkssagen eigentümlich, dass ihre furchtbarsten Katastrophen gewöhnlich bei Hochzeitsfesten ausbrechen.» Der Ironiker Heinrich Heine hatte bei seinen Reflexionen über die «Elementargeister» auch «La Sylphide» im Blick. Er war Zeitzeuge von Marie Taglioni, die im Tanztheater ihres Vaters Filippo als Elfe mit Flüglein und Spitzenschuhen Triumphe feierte...
