Regensburg: Yuki Mori «Gefährliche Liebschaften»
Die Augen blitzen, Hände berühren sich zärtlich. Yuki Mori verabschiedet sich nach 19 Jahren vom Theater Regensburg mit einem subtilen und leidenschaftlichen Tanzabend nach Laclos› Briefroman «Gefährliche Liebschaften» (1782), live unterlegt mit Musik aus Barock und Moderne.
Da sinnt die Marquise de Merteuil auf Rache, weil ihr Geliebter, der Chevalier Danceny, die junge Klosterschülerin Cécile de Volanges heiraten will. Als Wette getarnt, verspricht sie sich dem Frauenliebling Vicomte de Valmont für eine Nacht, wenn er zuerst Cécile entjungfert.
Valmont aber sucht die ultimative Herausforderung: Er will die noch tugendsamere Madame de Tourvel verführen.
Wie in einem alten Genrebild titelt eine Leuchtschrift: «Waste Your Love». Die Tänzer lösen sich wie aus einem Gemälde. Die Drehbühne schafft für das tänzerische Spiel der Verführungen einen Arkadengang, der durch simultan getanzte erotische Szenen auf immer neuen voyeuristischen Blickachsen die Raffinesse der Verführungen unterstreicht. Geraffte Vorhänge (Bühne: Michael Lindner) und stilisierte Kostüme (Maria Preschel) schaffen Rokoko-Atmosphäre und farbsymbolische Intensität.
Als Marquise im gelben Kleid, das zuweilen in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2019
Rubrik: Kritik, Seite 44
von Michaela Schabel
Auf den ersten Blick unterscheidet er sich bei den Proben nicht von seinen Kollegen. Daniil Simkin verteilt Pralinen im Ballettsaal, trödelt herum, während sich andere bereits auf ihren Tanz vorbereiten. Kaum ist er aber am Drücker, legt er sich sein Stirnband an, und der Adrenalinschub wirkt: Wie auf Kommando springt er an. Der gebürtige Russe interpretiert seine...
Between us
In der Kunsthalle Mainz treffen derzeit Bildende Kunst, Tanz und digitale Tanzforschung aufeinander. Gleich im ersten Abschnitt der Schau sind mal schnelle, mal langsame Schritte, Schlurfen, Springen, Stürze, schwere Atemzüge zu -hören, eine Installation der Künstlerin Tamara Grcic, Professorin an der hiesigen Kunsthochschule, die das Gehen der Tänzer...
Beim 23. «Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart» hat Leïla Ka mit «Pode Ser» den 1. Preis Choreografie gewonnen. Für die Zweitplatzierte, Nina Plantefeve-Castryck, gab es vom Publikum zudem den «First Choice Prize» für ihr Stück «All in One» sowie den «Eastman Prize Stuttgart». Die erstplatzierte Tänzerin Linda Cordero Rijo (Foto) räumte mit «No Room Service,...
