Humoris-Tisch!

«Kann man über Tanz lachen?», fragt Thomas Hahn. Seine kuriose Antwort: Nur, wenn ein Tisch auf der Bühne steht

Tanz - Logo

«Zu Tisch!» ruft die Mutter, wenn das Essen kalt wird. Falls es nicht schmeckt: Tabula rasa ist der Königsweg, reinen Tisch zu machen. Am grünen Tisch, das demonstrierte schon Kurt Jooss, wird gepokert, bis das Tischtuch zerschnitten ist. Auch ein gutes Tangopaar kann seine ochos auf einem Bartisch drehen. Das alles wussten wir. Doch jetzt kommt raus: Immer mehr Choreografen wollen uns lachend über den Tisch ziehen. Zum ersten Mal gab es ein ganzes Festival zum Thema. In Avignon widmeten sich Les Hivernales dem burlesken, absurden oder satirischen Trend.

Aber reicht ein Festival, um diesen sich zum Ast verdickenden Zweig zu durchforsten? Was bedeutet all der Humor für die Entwicklung des Genres? Offensichtlich hat der zeitgenössische Tanz seinen Hauptgang verdaut und allen anfangs sauren Mienen widerstanden. «Plat de résistance» heißt in Frankreich der Hauptgang. Hier drückt sich der Wunsch aus, dem Alkohol zu widerstehen. Mittlerweile haben auch die eher trockenen Performer ihre Käseplatte bewältigt, so dass die Geschichte des zeitgenössischen Tanzes das Stadium des Desserts erreicht. Zum Nachtisch ein Banana-Split! «Ils ont la banane», sagt der Franzose, wenn er zufrieden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2007
Rubrik: Körper, Seite 60
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jenseits

Kinshasa, (Kongo), die verbotene Stadt.
Gibellina (Sizilien), die tote Stadt.
Frankfurt (Main), die geometrische Stadt.

Drei Bildschirme und drei klare Alternativen.
«From Inside» ist Thierry De Meys erste Installation,
in der das Publikum bestimmt,
wohin die Reise geht.

Forsythes Tänzer gefilmt, als wohnten sie
in den Tischen aus
«One Flat Thing Reproduced».
Sie...

Refreshing return to the flesh

In my mind Keren Levi is one of the few artists in the Netherlands concerned with what one might call “The Authenticity of the Body;” a mode of thinking that is so fundamental that it incorporates the whole of the human experience. In her aesthetic, the body is brought back to a centred state of reality involving an organic unity, making it a vehicle for either...

Angelin Preljocaj über «Eldorado»

Angelin Preljocaj,
bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen gastieren Sie in diesem Jahr nicht nur mit ein paar Ihrer erfolgreichen Stücke, sondern mit einer Uraufführung. Eine Auftragsarbeit von Karlheinz Stockhausen. Ich habe vor ein paar Jahren sein «Helikopter-Streichquartett» interpretiert. Vier Jahre später schrieb er mir einen Brief, in dem er mich in sein...