oldenburg
Antoine Jully sah in jungen Jahren «1789 ... et nous» von Maurice Béjart, ein Werk mit Musik von Hugues Le Bars, der seine Kompositionen auch das ablauschte, was Béjart als «populace» feierte: den Pöbel.
Le Bars kombinierte fröhlich Alltagsgeräusche wie Vogelstimmen, Kindergeschrei und Wassergluckern mit rhythmischen Patterns, was die Werbung, der Film und Béjart begeistert aufnahmen – und was Jully nun zu einem «Mosaik der Nacht» zusammensetzt, mit acht Tänzern in silbrigen Schlafanzügen, die abwechselnd japanischen Mundschutz, afghanische Gesichtsburka und deutsche Gasmaske tragen.
In der fortlaufenden Kombinatorik aus Alltagsgeräusch und Taktgebung macht der Ex-Schläpfer-Tänzer eine Traumsituation aus, um das Unlogische in Hochgeschwindigkeit zu deklinieren – auch Béjarts Lust auf einen Zirkus der Kinder und seine eigene an einem Ballettzirkus: samt Clown und eleganten Verkehrspolizistinnen wie Marjorie Lenain auf der Kreuzung der Gefühle.
Da legt Marco Russo Volpe als gestopfter Dickwanst ein hochkomisches Duo mit seinem tatsächlich korpulenten, aus der Gasse auftretenden Inspizienten Marne Ahrens hin. Das Spielerische des stets auf Spitze erhobenen Ensembles ist Spaß, auch ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Arnd Wesemann
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