Anna Huber on demand
Hundert Filme aus 100 Jahren deutscher Tanzgeschichte hat das Goethe-Institut Singapur für den dortigen National Library Board bestellt. Bibliotheken, so ist man im fortschrittsverrückten Asien überzeugt, sind keine Papiersammler, sondern Hüter des multimedialen Gedächtnisses. Neben bekanntem historischem Filmmaterial produziert das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen nun auch zehn neue Produktionen für die digitale Theaterbibliothek im größten Kulturzentrum Südostasiens, dem Esplanade – Theatres on the Bay.
Eine Werkschau aus den letzten fünf Jahren von Anna Huber und Urs Dietrich machte den Anfang. Am 17. Februar folgen am brandneuen und repräsentativen Sitz des Tanzfilminstituts im Bremer Forum am Wall je 40-minütige Kompilationen zu Henrietta Horn und Daniel Goldin. In enger Zusammenarbeit mit den Choreografen entwickelt der Filmemacher Ulrich Scholz anspruchsvolle Editionen in DVD-Ästhetik, nicht interaktiv, dafür mit erhellenden Selbstaussagen. Wer wusste schon, dass Urs Dietrich selbst Filmemacher ist, Anna Huber dies aber nie werden will, weil sie gerade in «der Flüchtigkeit die Chance sieht», körperliche «Grenzen zu überschreiten»? Flüchtig sind die 1,5 Terrabyte Filmmaterial ...
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Thierry De Mey, ist Ihr arte-Film «Ma mère l'oye» wirklich so neu? Ursprünglich handelt es sich um eine Auftragsarbeit der Opéra de Rouen, die zu einer Ravel-Aufführung des Orchesters auf drei Leinwände projiziert werden sollte. Zu diesem Zweck bat ich damals eine Reihe von Tänzer-Choreografen wie Anne Teresa De Keersmaeker oder Michèle Anne De Mey in den Wald,...
Wo bitte geht’s zur Unterwelt?
Mitlan – Beim Abschlussfest hoch über den Dächern Mexikos am Zocalo hatte mich die Rache Montezumas ereilt – ein heftiger Durchfall rüttelte in meinen Gedärmen. Ich fühlte mich schwach und einer Ohnmacht nah. Befreundete Musiker trommelten wild, und Pavel erzählte schreiend, um die Musik zu übertönen: «Cerca de Realidad hay un pueblo...
In Monaco wurden die Nijinsky-Preise verliehen. Gewonnen haben sie die Tänzer Alina Cojocaru vom Royal Ballet und Nicolas Le Riche vom Pariser Opernballett, als bestes Stück wurde «Decreation» von William Forsythe ausgezeichnet, bester aufstrebender Nachwuchschoreograf ist der in Amerika lebende Chinese Shen Wei. Pina Bausch erhielt die Auszeichnung als beste...
