cottbus

gundula peuthert «schwanenseele»

Tanz - Logo

Eine Musik wie aus Wasser. Und in Wasser taucht denn auch das projizierte Gesicht Odettes ein. Während sich der zitierte Tschaikowsky-Ton allmählich aufhellt, scheint sich die Frau indes völlig aufzulösen, um wenig später auf der Bühne leibhaftig in Erscheinung zu treten – und mit ihr ein Ensemble in einheitlichem Weiß, ganz offensichtlich das Element Wasser inkorporierend.

Ein «Schwanensee», wie ihn die Ballettgeschichte kennt, lässt sich mit einem halben Dutzend Tänzer kaum bewältigen.

Auch choreografiert Gundula Peuthert, einst eine Meisterschülerin der Palucca-Schule Dresden, nicht eben klassisch, sondern bevorzugt eher ein zeitgenössisches Bewegungsidiom. Beides berücksichtigend, entwickelt sie aus dem Stoff, aus dem eigentlich Märchen sind, das Psychogramm einer Frau, die möglicherweise ins Wasser geht, aber bei ihrem Selbstmordversuch vielleicht nur den Verstand verliert. Gundula Peuthert nennt ihre Version deshalb nicht ohne Grund «Schwanenseele» und spricht im Programmheft von einer Odette, die im Wachkoma liegen könnte oder sich einfach in eine Fantasiewelt flüchtet, um den Verlust ihres Geliebten zu verkraften.

Wie man den Kubus auch drehen und wenden mag, den Heike ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Der direkte Weg zu tanz – Vorschau auf kommende Ausgaben

im november: jeroen verbruggen
Er war mehr als nur ein Joker in vielen Balletten von Jean-Christophe Maillot. Im heimischen Antwerpen ausgebildet, tanzte sich Jeroen Verbruggen nicht zuletzt als einer der besten Interpreten Marco Goeckes in die vorderste Reihe der Ballets de Monte Carlo. Inzwischen ist er, gerade mal 32 Jahre alt, von der Bühne abgetreten, um darauf...

tamas detrich

Kein einziges Fältchen, das schwarze Haar so voll wie immer – Tamas Detrich könnte nach wie vor als Erster Solist des Stuttgarter Balletts durchgehen, wäre da nicht vereinzeltes Grau an den Schläfen: kaum erkennbar für das Gegenüber. Zwei Tage zuvor ist der de-signierte Ballettintendant 56 geworden. Total entspannt sitzt er auf der Couch des abwesenden Chefs,...

selbsterkenntnis

Als Tel Aviv, 1919, noch ein Dorf mit knapp 200 Häusern war, gehörte er zu den Pionieren eines noch zu gründenden jüdischen Staates. Der muskulöse Bauarbeiter aus der Ukraine, 15 Jahre alt, lebte in einem Zelt am Strand und besaß nur, was er auf der Haut trug die er als Untergrundkämpfer der Haganah mit Jiu-Jitsu-Tricks zu verteidigen suchte. Überlebensreaktionen...