Choreograf

Nik Haffner praktiziert diese Kunst mit einer «eckigen» Biografie.

Tanz - Logo

Das Flüchtige nicht im Ungefähren      

Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und Kompetenzen (skills), um damit Experimentieren, Reflektieren und Hinterfragen zu lernen. Das Flüchtige soll ja nicht im Ungefähren verfliegen, sondern Sinn stiften. Das ist nichts Neues.

Doch wie sich eine hybride Kunstform heute in einer rasant sich wandelnden Welt über die Bühne hinaus Raum und Publikum erobern könnte, das bewegt jeden im Berufsfeld Tanz, Choreografie, Performance. Am HZT zerbricht man sich darüber die Köpfe. Wie man den zeitgenössischen Tanz aus seiner Exklusivität befreien könne. Zum Beispiel. Das Lernfeld ist da, der Anspruch an mutige, neugierige Forscher, die – so Haffner – «einen Drang haben, tief in ihr Material einzudringen», hoch. Zur Zeit gestalten 40 Studierende aus 20 Ländern in zwei Master- und einem Bachelor-Studiengang in größtmöglicher Freiheit und Eigenverantwortung ihr Studium. Das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Künstler sein, Seite 40
von Irene Sieben

Weitere Beiträge
Kurator

Joachim Gerstmeier, was kuriert ein Kurator?
Ich sehe ihn nicht als Heiler, wie es das Wort nahelegt – im besten Fall als Akupunkteur. Mit der Ableitung von dem Lateinischen curare (sorgen, pflegen, bewahren) ist aber das ganze Spektrum angesprochen, vom Verwalter und Manager bis hin zum Künstler und Priester. Seine Begriffsgeschichte liegt in der bildenden Kunst....

Komikerin

Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen ­wür­de, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf...

die manager

und andere Metaebenen: Warum sollen Tänzer keine Intendanten werden? Oder eine Agentur für Tanzkompanien gründen? Oder Tanz kuratieren? Oder eine eigene Schule eröffnen? Und wenn das nichts ist, wäre man auch in der Wissenschaft willkommen