Das liebe Geld
100 Millionen fließen aus dem Konjunkturpaket II in die Kultur. Nur bei der Kunst kommt nichts an. Konjunkturpakete sind das Verdienst derjenigen, die man in Deutschland etwas geringschätzig «Lobbyisten» nennt. Man sollte sie nicht unterschätzen. Die Höhe der Agrarsubventionen legen nicht nur Politiker fest. Die Abwrackprämie ist keine Erfindung der Kanzlerin, sondern eine clevere Idee aus den Reihen der Autobauer.
Die Bauwirtschaft wies angesichts der eigenen Flaute zäh auf den desolaten Zustand von Schulen, Straßen und Theatern hin, so lange, bis man auch in Berlin einsah, dass Sanieren günstiger ist als all das kaputtzusparen, was der öffentlichen Hand gehört.
Vielleicht erinnert man sich noch, wie Heerscharen von Fernsehkameras die schlimmsten Schäden in öffentlichen Schulen zeigten. Nicht empörte Eltern haben die Filmteams in die Klassenzimmer geschickt, sondern Männer und Frauen mit dem Draht zu Fernsehanstalten. Lobbyisten sind geschickter als ihr Ruf. Im Erfolgsfall verschwinden sie wieder von der Bildfläche und überlassen das Feld einem Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der sich dafür feiert, dass er sage und schreibe 100 Millionen der 500 Millionen Euro aus dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das könnte Sie auch interessieren:
Kommentar - Die Wirtschaftskrise
Debatte - Marx oder Murks
Das liebe Geld - Die Macht der Misere
Wenn Kinder spielen, wirken sie wie ernsthafte Arbeiter. Sie lauschen mit sämtlichen Sinnen. Im Tanz nennt man diesen wachen, leuchtenden Zustand Präsenz. Martine Pisani und Martin Nachbar, die Französin und der Deutsche, verbindet nicht nur ihr Vorname, sondern die Lust am ernsthaften Spiel, am Zauber des Zufälligen in der Struktur eines strengen Regelwerks, in...
Mensch und Maschine: welch eine Beziehung in der Kiste. Technik ist ja nicht unsinnlich. Das ist der Reiz. Es treten auf: drei Damen in Schwarz, Hosen und armfreie Oberteile, Ohrgehänge, die Haare streng zurückgesteckt. Es stehen bereit: vier Waschmaschinen, ebenfalls in Schwarz. Vorn zwei nebeneinander, weiter hinten je eine. Über Leitern betreten die Damen die...
Jirí Kylián hatte sie zuerst, Maurice Béjart erfreute sich an ihr, Heinz Spoerli und Nacho Duato leisten sie sich schon lange, und John Neumeier träumt von ihr: der Juniorkompanie. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine großzügige Geste, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, ist aber auch ein Geschäft. Immer mehr Ensembles, die viel unterwegs sind, legen sich ein...
