Ioana Mona Popovici: «Work in regress»

in Lausanne

Tanz - Logo

Um menschliches Verhalten zu zeigen, genügt unter Umständen ein roter Klappstuhl. Auf der sonst leeren Bühne findet sich noch ein weißer Schuhkarton, der es in sich hat. Wenig später taucht Ioana Mona Popovici auf, die als Choreografin ihr «Work in Regress» vom Mischpult aus startet. Den Kopf gesenkt, leicht vornübergebeugt, scheint sie in der Gewalt eines anderen. Auch wenn sie mit beunruhigender Langsamkeit versucht, sich mit spitzen Fingern ein Bonbon aus der Tasche zu stibitzen, erweckt sie den Eindruck, als agiere sie nicht allein.

Wenn aus ihrem Mund weitere Bonbons kullern, ist das mehr als nur ein bemerkenswertes Bild, in dem Unterwerfung und Unterdrückung sichtbar werden, ohne sich erklären zu lassen. Leicht hat es Ioana Mona Popovici ihrem Publikum nie gemacht. Ihre Stücke wollen erspürt, wollen enträtselt werden.

Ausgehend von George Orwells «Farm der Tiere», hat die Rumänin mit Wohnsitz Prag vor ein paar Jahren damit begonnen, über Autorität nachzudenken. Über «Autorität als ein System, das auf der Beziehung zwischen Herr und Eigentum aufgebaut ist – denen die gegenseitige Abhängigkeit gemeinsam ist». Weit entfernt davon, den Roman zu bebildern, entwickelt die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2010
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wien: Image Tanz

Kunst erfindet das Leben, nicht umgekehrt. So feiert das Wiener brut seit Anbeginn seine burlesquen Klubs, heuer mit François Chaignaud und Cecilia Bengolea als Sternenpaar Castor und Pollux, Tingeltangel, Cross Dressing samt Dragqueens im Sattel («Save a Horse Ride a Cowboy») von An Kaler, gepaart mit den weißen Pferden der Romantik und einer Feier der Empathie...

Heinz Spoerli

«Raymonda» ist ein tragischer Fall, in jeder Beziehung. Schon bei der Arbeit am Szenarium zog Marius Petipa im Machtkampf mit der Librettistin Lidija Paschkowa den Kürzeren. Kaum einer seiner Verbesserungsvorschläge fand bei den Theateroberen Gehör. Schlimmer noch, auch  Alexander Glasunow setzte sich über seine Bitten hinweg und komponierte das gemeinsame Ballett...

On tour: Flamencos en Route

25 Jahre ist die Schweizer Kompanie auf der Suche nach dem spanischen Tanz: Gegründet vom Komponisten Antonio Robledo und der kürzlich verstorbenen Susana (tanz 2/10), sorgten sie mit dafür, dass der Flamenco auch außerhalb Spaniens eine geachtete Form des Kunsttanzes wurde, der seine jahrhundertealten Elemente aus vielem assimiliert hat, ohne sich selbst je...