Zurück auf Null
Jetzt mal ganz grundsätzlich: Was will die Tanzkunst eigentlich sagen? Ist da nicht mitunter ein Brabbeln und Lallen am Werk? Dramaturgische Patschehändchen und zahnlose Mäulchen? Beglücktes Juchzen über Minieffekte und mittleres Geschrei, um Aufmerksamkeit zu kriegen? Mund auf, Augen zu, Hoppe Hoppe Reiter. Und bloß nicht den Schnuller vergessen!
Wenn Choreografen nicht übers Kind im Mann oder in der Frau hinwegkommen und mit postmodernen Förmchen werfen, kommt man sich als Publikum ziemlich fehl am Platz vor.
Aber wie ist es mit unseren Kleinsten? Sie fühlen sich sauwohl, wenn man sie nur lässt. Da robbt so ein Knirps auf die Bühne und greift zielstrebig nach einem blinkenden roten Lämpchen. Ein Mädchen, schon auf zwei Beinen, läuft zur Tänzerin, gibt der ihre Puppe und nimmt sie doch wieder mit. Dreimal hintereinander. Ein Kleiner wippt elektrisiert in den Knien. Andere spielen laufend Raus und Rein zwischen den Tüchern der halbrunden Bühnenrückwand. Vorher aber hatten sie alle zwanzig Minuten lang ganz still einfach zugeschaut und -gehört. Eindeutig sind sie gemeint: die Minis von null bis drei Jahren, die da auf Schößen, Kissen, Bänkchen ihren Platz haben. Das gibt es also ...
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Eine Entdeckung machte der russische Filmemacher und Historiker Victor Bocharov, als er in die Archive des Mariinsky Theaters in St. Petersburg stieg. Er fand einen Brief, in dem der Solist und Petipa-Schüler Alexander Shiryaev darum bat, einen Tanzfilm über das Russische Imperial Ballett drehen zu dürfen. Datiert ist er auf das Jahr 1906. Zwar wurde Shiryaevs...
Joint Adventures in München riefen auf, in nur 60 Sekunden, im Format des Werbeclips, ein «Choreographic Capture» zu filmen. Derzeit zeigen viele Kinos die Gewinner in ihrem Reklameblock. Man sieht den 1. Preis: Anna Dubrovkas «Rush». Ein paar Männer toben im Büro, wie von Lloyd Newson mit seiner DV8 in den 1980ern gefilmt. 2. Preis: Philippe Saire zeigt einen...
Mit Ohad Naharin, dem bekanntesten Choreografen Israels, verbindet sich untrennbar eine Trainingsmethode, die den sonderbaren Namen GaGa trägt. Glaubt man seinem Erfinder, war es schon ziemlich «GaGa», als Ohad im Alter von drei Jahren, angefeuert von seinen Eltern, von einem hohen Schrank sprang und dabei entdeckte, dass Angst, Schweiß und Vergnügen so ziemlich...
