Der Heilsame: Alain Platel
Nach der Schule wurdest Du Heilpädagoge. Was hat Dich dazu bewogen? Nach der Schule hatte ich keine Ahnung, was ich machen sollte. Ich war siebzehn Jahre alt und hatte Lust, für ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika zu gehen. Ich kam nach Bristow in Oklahoma. Oklahoma ist das Land der Cowboys und der Prärie, und Bristow ist eine ganz kleine Stadt am Ende der Welt, 3000 Einwohner, aber 32 Kirchen. Die Gastfamilie hatte sechs Kinder und einen Laden, der gerade Bankrott gemacht hatte.
Alle Kinder mussten das Geld, das sie fürs Schulessen oder für Schulbücher brauchten, selbst verdienen, ich auch. Ich bekam einen Job bei einer Lehrerin, die mit lernbehinderten Kindern arbeitete und mich zu all den unterprivilegierten Familien mitnahm. Da habe ich wirklich die Schattenseite Amerikas kennen gelernt, schreckliche Armut und Verwahrlosung. Diese Lehrerin arbeitete auch mit hirngeschädigten Kindern und nahm mich oft mit in ein Rehabilitationszentrum. Die Arbeit dort hat mich ungeheuer fasziniert, und deshalb beschloss ich nach meiner Rückkehr, Heilpädagogik zu studieren.
Was genau hat Dich daran fasziniert? Ich glaube, es war eine Mischung aus perversem Interesse an allem, was gestörtes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
There is genius at play in Édouard Lock’s new ballet, “Amjad.” As a product of his evolving exploration of pointe work – it’s been four years since the choreographer first brought his last creation, “Amélia,” to a Montreal stage – the new ballet has nothing to do with copycat imitation. Instead, Lock invests heavily in ironic juxtapositions of Romantic era...
Xavier Le Roy, in E.X.T.E.N.S.I.O.N.S.* ging es darum, den Unterschied zwischen Probe und Aufführung aufzuheben. Betrifft dieser Ansatz Ihre Kreation generell? Nein. Aber ich versuche für gewöhnlich, dem Verhältnis zwischen Produktionsprozess und seinem Ergebnis höchste Aufmerksamkeit zu schenken, denn es scheint mir offensichtlich, dass das Ergebnis sehr davon...
Hugo de Greef ist Gründer des Brüsseler Kaaitheaters und damit Initiator jenes Netzwerks, das erfolgreich flämische Choreografen in Europa propagierte. Ab sofort ist er Herr über eine «Fabrik für Bild und Ton»: So jedenfalls wird das N. V. Rundfunkgebäude Flagey in Brüssel im Volksmund genannt. Flagey war schon immer ein Ort, an dem ganz unterschiedliche Dialoge...
