Was schreibt die Geste?
Auch im Tanz geht es immer häufiger darum, Erwartungen zu enttäuschen und Laborsituationen zu schaffen, die das Publikum herausfordern und verunsichern. Wenn diese Tendenz in William Forsythes Arbeit verstärkt wahrzunehmen ist, seit der institutionelle Rahmen des Ballett Frankfurt weggekürzt wurde, erscheint es, als wäre das neuerliche Experimentieren wie ein Statement, dass die Kompanie überhaupt noch existiert, obwohl ihr das Existenzrecht bestritten wurde. Gerade die Fortsetzung der Arbeit zeigt, dass sie ein Recht hat, sich zu behaupten und Tanz andrs zu machen und zu sehen.
Jetzt erst recht – wo es auf keine Weise mehr selbstverständlich ist, dass es ihre Arbeit gibt. So artikuliert sich ein Recht auf Dasein, das mit einem Recht auf Tanz zusammenfällt.
Worin aber liegt das Politische in der Arbeit der Forsythe Company, wenn es nicht bloß darum gehen kann, weiter Kunst zu produzieren und den Repräsentanten der öffentlichen und privaten Haushalte zu ermöglichen, sich darin zu spiegeln? Ein Seitenblick auf die Entwicklung des Theaters zeigt, dass sich die Frage nach dem Politischen besonders oft da stellt, wo der Gegensatz zur Politik aufreißt, nicht nur zur Politik der Kultur und ...
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Was ich denke, oder glaube, ist, dass Tanz als erste und älteste Kulturtechnik jedem Menschen zur Verfügung steht. Wenn er sie nutzt, setzt sie Kräfte frei, egal ob professioneller Tänzer oder interessierter Laie. Kräfte, von deren Existenz wir vorher vielleicht keine Ahnung hatten, die aber in vielen Bereichen von Nutzen sein können. Für professionelle Tänzer und...
Dies ist kein weiteres Heft zum Mythos Berlin. Wir werden auch nicht erklären, warum wir «trotzdem» hier wohnen. Trotz ungeregelter Ladenschlusszeiten, trotz drei Opernhäusern, trotz drei Flughäfen. Wir geben ja zu, dass das alles Luxus ist im Angesicht einer so desolaten Förderung des Tanzes. Wir werden uns bessern. Denn weniger Flughäfen, Opern und dafür mehr...
So freundlich diese unterlebensgroßen Asiaten in ihren mausgrauen Mao-Jacken auch blicken, ihr theatralisches Spiel macht den Außen-stehenden zum Fremd-Körper, ihre physische Natur stimmt nachdenklich. Wer ist hier sprachlos? Die Kunstfigur als Spiegel des entfremdeten Selbst?
Und was gibt’s da zu lachen? Irgendwie ansteckend, diese gelassene Heiterkeit von hundert...
