ausstellungen

Tanz - Logo

 

Tatjana Barbakoff
Ihr großflächiges, blasses Gesicht mit den stark geschminkten Lippen leuchtet zwischen den Anzügen der Herren im Café. Das Foto, das die lettische Tänzerin jüdischer Herkunft im Pariser Exil zeigt, stammt aus dem Film «Tanz unterm Hakenkreuz» und bleibt haften. Die Erscheinung der 1899 geborenen Tänzerin faszinierte in den Zwanzigern in Düsseldorf auch viele Künstler. «Aus dem Osten wird Rausch und Schönheit zu uns kommen», schrieb der rheinische Avantgardist Gert H. Wollheim auf ­eine seiner Skizzen.

Berühmt war Tat­jana Barbakoff für ihren Exotismus  und ihre ornamentalen Kostüme. Im Mai 1933 brach sie zu einem Gastspiel nach Paris auf und blieb. Sie tanzte, gab Gymnastik­unterricht und ver­kehrte mit Wollheim in den Künstlerkreisen des Montmartre. Von 1940 bis 1944 waren beide versteckt, bis Tatjana Barbakoff der Gestapo in die Hände fiel und nach Auschwitz deportiert wurde. Dort starb sie in der Gaskammer. Das Verborgene Museum in Berlin zeigt bis zum 27. Juni Porträts und Bilder der Tänzerin.

Berlin, Das Verborgene Museum, dasverborgenemuseum.de  

Die Tänzerin Tatjana Barbakoff (1899–1944)

Fotografien, Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen verschiedener ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 44
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
«tanz» im april

Die wichtigsten Themen:

Titel
Die Unterwerfung des Körpers unter die Macht eines anderen verbindet erotische Praktiken und die Kunst der Choreografie. Dieser Intimität des Tanzes gehen die Künstler von «schwelle 7» nach, mit «Spiel, Zauberei und sanftem Wahnsinn». Weiter

Menschen: Jean-Christophe Maillot - Wie frei ist der Tanz?
Der Direktor der Ballets de Monte-Carlo...

excelsior

Es war das womöglich größte Spektakel in der Geschichte des Balletts: «Excelsior», 1881 von ­Luigi Manzotti choreografiert. Eine unvorstellbar große Zahl von Darstellern, eine opulente Ausstattung und als sensationell empfundene bühnentechnische Effekte rissen das Publikum in der Mailänder Scala buchstäblich von den Sitzen. Und mehr noch: Im Jahr der Uraufführung...

hans werner henze

In den frühen Nachkriegstagen, in denen Hans Werner Henze sein Leben künstlerisch wie individuell auszurichten begann, hatte er kaum ein Ballett in vollem Glanz auf der Bühne gesehen. Doch Igor Strawinskys Musik suggerierte es ihm; Strawinsky wurde zur künstlerischen Zentralsonne für den jungen Henze. Die Oper hatte in Henzes Augen abgewirtschaftet, diskriminiert...