teil 2: improvisation / cut and paste / choreografie
Improvisation
Eine Arbeitsweise ist die Improvisation. Einigen gewährt sie in gewissen Fällen Freiheit: die Freiheit, sich von Impulsen und der Intelligenz des Augenblicks leiten zu lassen; die Freiheit, die richtigen Parameter für die Struktur dieses Moments zu finden, und zwar ohne ihn durch Formalien einzuschränken; die Freiheit also, die Arbeit am Tempo des denkenden Körpers und Geistes auszurichten.
Improvisation
Manchmal existiert diese Freiheit auch innerhalb fest vorgegebener Formen: Dann handelt es sich um die Freiheit, nicht für eine bestimmte Wahl verantwortlich zu sein, die Freiheit abzuweichen – einzig und allein deshalb, weil mir etwas vorgegeben ist, von dem ich abweichen kann.
Improvisation
Improvisation kann das zugrunde liegende Prinzip einer Performance bilden. Sie ist eine Herangehensweise, die nicht weniger Konzentration, künstlerische Zielstrebigkeit, Prozesshaftigkeit, Integrität und Zeit erfordert als jeder andere Ansatz auch. Wenn es beim Choreografieren darum geht, Entscheidungen zu treffen, oder darum, verschiedene Objekte zueinander in Beziehung zu setzen, damit das fertige Ganze mehr ergibt als die Summe seiner Bestandteile, oder auch um eine ...
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Sie sind Leiterin des Koninklijk Ballet van Vlaanderen, das laut einer Regierungsvorlage der flämischen Kulturministerin Joke Schauvliege 2013 mit der Vlaamse Opera fusionieren und nur noch einem Intendanten unterstellt sein soll: ein Plan, der Sie auf die Palme brachte. Sie drohten nicht nur Ihren Rücktritt an, sondern nannten in einem aufsehen-erregenden...
Was wird aus der Liebe in einer kalten, mechanisierten Welt? Fragen dieser Art stellt sich Thierry Malandain gern. Eine Antwort gibt er nicht, doch nähert er sich dem Kern, wenn er die Mutter aller Liebesmythen in unsere Zeit versetzt. Kein Paar kommt so häufig auf die Bühne wie Julia mit ihrem Romeo. Das Ballet Biarritz legt noch eine gehäufte Schippe drauf:...
Die Fensterrahmen in den Garderoben der Tänzerinnen sind lange nicht gestrichen worden, die Gardinen hängen schlapp, Gittertüll, war mal begehrt, war mal modern, irgendwann in den Sechzigern. Das Tutu auf dem Fensterbrett, fröhlich aufgeplustert, touchiert die müde alte Gardine in gewohnter Vertrautheit, Tüll zu Tüll, Berührung in Geborgenheit, «Schwanensee»...
