Jean- Sébastien Lourdais

Tanz - Logo

Wenn Sie die Gelegenheit haben, Jean-Sébastien Lourdais’ intuitive Körperlichkeit zu erleben, ergreifen Sie sie! Der Autodidakt mit der untypischen Herangehensweise kommt ursprünglich aus Frankreich, lebt aber seit über einem Jahrzehnt in Montreal. Bei ihm sprechen Gesten eine lautere Sprache als Worte. Er betont das Instinktive und präsentiert Figuren im Zustand deformierter Dekonstruktion. Ich habe Arbeiten von ihm gesehen, in denen er und seine Performer zu bellenden, quakenden, schnaubenden Tieren werden.

Ein andermal stand er mit schweren Gliedern, besessen von der Bewegung, auf allen vieren.
Lourdais’ Ansatz ist alles andere als intellektuell. Eher scheint er innere Gefühls- und Verhaltenshindernisse zu überwinden. Diese Verschiebungen verlangen viel Vertrauen von seinen Darstellern. Aber das Ergebnis ist erstaunlich. Wir haben es hier nicht einfach mit Theater zu tun, sondern mit Darstellern, die einen bestimmten Ausschnitt der Realität bewohnen. Voraussetzung dafür ist absolute Offenheit und die bedingungslose Bereitschaft, Lourdais zu folgen. Seine Figuren haben etwas Dramatisches und Dysfunktionales – einen Kritiker erinnerte ihre Bühnenpräsenz kürzlich an «katatonische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 136
von Philip Szporer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Kids

Mehr Aufmerksamkeit für die (Aus-)Bildung des Nachwuchses im Tanz! Diese Kinder in ihren schmutzigen Schläppchen und Tutu-Imitaten sind nicht nur «süß», und ihre Ausbildung soll nicht nur ihre Onkel und Tanten beeindrucken. Auf die Kinder und ihre Fähigkeiten kommt es an. Liebe, Freude und Disziplin!


 

The Winners are...

  

 


Tänzerin des Jahres

 Lisa-Maree Cullum


(Foto: Wilfried Hösl)

"Man fragt sich oft, warum tue ich mir das an?" hat Lisa-Maree Cullum mal in einem Interview gesagt. Zum Glück hat sich die gebürtige Neuseeländerin, die seit 1998 im Bayerischen Staatsballett tanzt, bislang nicht von...

Vincent Dunoyer & Alix Eynaudi

Meine beiden «Hoffnungsträger» waren beide Tänzer in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie Rosas. Beide verfolgen einen künstlerischen Weg, der sich auf die Erfahrung, Tänzer zu sein, konzentriert – mit allen Projektionen seitens des Publikums und der Choreografen, auf eine Handlung (das Tanzen), die eigentlich sehr persönlich, ja intim ist.
Vincent Dunoyer kreiert...