bildband: anmut und disziplin
Disziplin und Ekstase, zu diesem Begriffspaar greift die Einleitung. Der Titel freilich, «Anmut und Disziplin», vermittelt ein gesetzteres Tanzverständnis – obwohl der Bildband gar nicht ballettlastig ist, sondern Tanzmoderne, Varieté und Gesellschaftstanz dominieren. 170 Abbildungen hat Helga Thalhofer zum Tanz in der bildenden Kunst zusammengetragen, verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz, um Tanzmotive von der Antike bis zur Gegenwart zu veranschaulichen und kulturgeschichtlich zu verorten.
Von der Muse Terpsichore über Ritus und Religion, Reigen, Totentanz bis zum Schleiertanz, zur Abstraktion und zum «Traum vom Gesamtkunstwerk» reicht die Sammlung. Letztere Kategorie ist mit einer Ausstattung von Henri Matisse für Léonide Massine, einem fälschlich Robert Rauschenberg zugeschriebenen Foto zu «Walkaround Time» von Merce Cunningham, Tanzdiagrammen von Andy Warhol (1962), einem Plakat und einer Collage von Rauschenberg sowie einem Gemälde von Jackson Pollock (1948) bestückt. Repräsentativ oder systematisch ist eine solche Auswahl nicht, auch wenn die Autorin keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, und sie ist vor allem nicht aufschlussreich für diesen ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 53
von Thomas Betz
In München haben Sie mit gestandenen Profis und Akademie-Absolventen das Stück «Not Made for Flying» aufgeführt. Stehen Sie eigentlich als Pädagoge im Studio, der auch choreografiert, oder sehen Sie sich eher als Choreograf mit pädagogischem Auftrag?
Weder noch. Ich bin kein Pädagoge. Besser gesagt, ich behandle jede Person, die mir auf der Bühne oder im Studio...
«Schlechte Angewohnheiten» ist das Motto der diesjährigen Wintertanzausgabe am HAU: Zuspätkommen, Dazwischenreden, Schmatzen, An-den-Nägeln-Kauen. Klar, aber was sind schlechte Angewohnheiten im Tanz? Die Konventionen und alltäglichen Rituale des Theaterbetriebs. Müssen Tänzer auf der Bühne wirklich immer virtuos, hübsch und möglichst auch mal nackt sein? Mit von...
Lange Zeit war «Dances at a Gathering» ein fast mystisches Ballett – kaum gesehen und viel besungen. Zu seinen Lebzeiten gestand Jerome Robbins kaum einer Handvoll auserwählter Kompanien das Recht zu, dieses Werk zu tanzen, akzeptierte nur die besten Solisten und ließ sie bis zum Exzess proben. Aber wo immer man über das Ballett las, da knieten die großen Kritiker...
