gischt aus licht
Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes, knisterndes Gefühl.
Das Bild lässt keinen Raum erkennen, es deutet auch den Menschen nur an. Unklarheit durch Dichte – so präsentiert sich Mette Ingvartsens «The Artificial Nature Project».
Die Dänin ging vor zehn Jahren aus der P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel hervor und machte sich schnell einen Namen mit ungewöhnlichen Bühnenausstattungen. Der Titel mit der künstlichen Natur ist ein bisschen tautologisch, denn auf der Bühne ist sowieso alles künstlich. Vielleicht will die Künstlerin darauf hinaus, dass Theater und Tanz gern Natur-Illusionen herstellen – Wald und Wiese und, nun ja, echte, unverstellte Menschen. Aber Ingvartsen stellt eben umgekehrt die Illusion von Nichtnatur her und macht daraus eine Lektion über das Sehen.
Die beginnt im Dunkeln. Im Nichts ohne Notausgang, in dem das offene Auge vom Schlafen träumt. Nervöse ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy
Schon während der Premiere erhob sich ein Tross empörter Abonnenten aus den Reihen des königlichen Theaters in Madrid. Man protestierte lautstark und verlangte den Rücktritt des Hausherrn Gerard Mortier. Der aus Belgien stammende Intendant habe mal wieder falsche Erwartungen geweckt: Wo eingefleischte Flamenco-Versteher wallende Rüschenkleider und stampfende...
Es ist ein seltsames Ungetüm, das sich da eine Viertelstunde lang über die Bühne wälzt: Vielköpfig, mit diversen Schnäbeln und Tentakeln, Schuppenpanzern und allerlei Insignien der Herrschaft ausgestattet, richtet es sich schwerfällig zu Ehrfurcht gebietender Überlebensgröße auf. Dann schwankt und brodelt es in seinem Inneren, einzelne Ableger lösen sich von der...
______ impressum
tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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__Redaktion
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Mitarbeit: Dorion Weickmann,
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