es war einmal
ein Chinese, der seiner Heimat entfloh, weil ihn – wie so viele andere Künstler auch – der Machtrausch der Mao-Nachfahren in die Enge trieb. Viele Jahre später kam ihm ein Nationalepos in den Sinn, das von Aufbegehren und Wagemut kündet, und so erzählte er diesen «Traum der roten Kammer» neu, mit den Mitteln des Tanzes. Was geschah? Kaum hatte er seine Botschaft per Koproduktion nach Hongkong geschmuggelt und damit den alten Seilschaften und neuen Wirtschaftsbossen vor die Tür gelegt – wurde die Zensurschere herausgeholt und schnipp, schnapp gemacht (Seite 16).
Die Intervention der guten Publikumsfee bescherte Dortmunds Ballettchef Xin Peng Wang ein Happy End. Dergleichen zeichnet sich im Münchner Ringen um die Nachfolge des scheidenden Staatsballett-Primus, Ivan Liška, einstweilen nicht ab (Seite 60). So barock und hinterzimmerlastig wie's die Bajuwaren lieben, gestaltet sich offenbar auch das Berufungsverfahren – wiewohl Richard Siegal eine bildschöne Visitenkarte abgegeben hat (Seite 8). Doch der Opernchef höchstpersönlich hat bei der Chose ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, weil – wo kämen wir hin, wenn der Tanz sich ganz allein regierte?
Dabei gibt es ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
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Genau besehen, gilt im Ballett nur eine Richtung: nach vorn, im Idealfall mit der Illusion einer Kunstpause ganz oben. Der vergötterte Nurejew erweckte im Grand Jeté den Eindruck, in der Luft zu verharren. Stillstand als Gipfel der Perfektion! Schon das Übereinanderschlagen der Fußknöchel zur Batterie wirkt dagegen nie, als würde die Schwerkraft wirklich auf...
In Bayern hat, wenn man so will, alles einen doppelten Boden. Oder zumindest viel Interpretationsspielraum. So gehört es offiziell zu den Aufgaben des Kunstministers, den Intendanten eines staatlichen Theaters und den Direktor einer staatlichen Kunstsparte zu bestallen. Wolfgang Heubisch hatte, relativ neu im Amt, den Vertrag Ivan Liškas als Direktor des...
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neujahrskonzert der wiener philharmoniker
Traditionen verpflichten, und seit Jahrzehnten ist das «Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker» TV-Tradition: Um die Mittagszeit findet alljährlich am 1. Januar im Großen Saal des Musikvereins das Großereignis statt – als Dreiklang aus Musik, Architektur und Tanz, der nicht nur für viele...
