Dancewear: Eine Socke ist eine Socke ist ...
Im Alltag sorgen sie häufig für Verdruss, weil sie sich gern in Windeseile verkrümeln. Falscher Waschgang, zu viele Schleuderumdrehungen – schon sind die Socken ruiniert. Aber auf der Bühne können sie einen sogar richtig in die Bredouille bringen: Wer die Tanzsocke nicht genauso sorgfältig auswählt wie den Spitzenschuh oder das Schläppchen, der landet ganz schnell auf dem Allerwertes-ten – verglichen mit Umknicken oder Ausrutschen immer noch ein vergleichsweise moderates Autsch.
Längst haben die Tanzausstatter eine ganze Modellpalette entwickelt: ganzfüßig oder zehen- und fersenfrei, waden- oder kniehoch, eher fürs zeitgenössische oder fürs klassische Fach geeignet – wer die Wahl hat, hat die Qual. Ob Capezio, Apolla, Repetto … die Angebotsvielfalt ist kaum zu toppen. Worauf kommt‘s an?
Wer sich die neue Generation der Blochsox von Bloch anschaut und überstreift, kriegt zumindest eine Ahnung, was die Tanzsocke von ihren Allerweltsschwestern unterscheidet: Design und Verarbeitung sorgen dafür, dass Bewegungskontrolle und Bewegungsfreiheit einander nicht in die Quere kommen. Das fängt beim Anti-Rutsch-Doppelbündchen an, zieht sich über eine sanft gepolsterte Achillessehnenregion ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Dorion Weickmann
Um es vorwegzunehmen: Ich verstehe nichts von Tanz. Weder von klassischem noch von modernem Tanz, weder von der Praxis noch von der Theorie. Umso erstaunlicher, dass ich einen Artikel für eine renommierte Tanzzeitschrift schreiben darf. Dies hängt damit zusammen, dass ich während der Arbeit an einem Roman auf das Fräulein Grunow gestoßen bin – Gertrud Grunow, eine...
Soll keiner sagen, der zeitgenössische Tanz ignoriere die Bedürfnisse eines Publikums, das nach eines langen Tages Arbeit noch ins Theater geht, um in der Menge Mensch endlich Ruhe zu finden. Schon der Titel dieses Stücks lügt kein bisschen. Wenn fünf Damen im angenehmen Dämmerlicht der -Designerin Minna Tikkainen zum beruhigenden Sound von David Kiers gemächlich...
Der Schlaf der Vernunft gebiert bekanntlich Ungeheuer – genauso geschieht es vier jungen Adligen und der Elfenkönigin Titania in William Shakespeares dämmrigem Feenwald. Wenn sie nach tiefem Schlaf erwachen, ist nichts mehr, wie es vorher war. Sie lieben nicht mehr mit zarter Romantik, sondern mit hemmungslosem Begehren. Sie grabschen, knutschen, jagen das...
