biografie
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jean weidt
Einmal mehr stellt dieser Band über den Tänzer und Choreografen Jean Weidt (1904-1988) dessen Leben in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Nele Lipp hat die beiden seinerzeit in Ost-Berlin unter Weidts Aufsicht erschienenen Autobiografien als Grundlage benutzt, ist aber über diese hinausgegangen. Sie hat viel verloren geglaubtes Material – Fotos, Filme, Skizzen – aufgefunden, die dem bisherigen Bild interessante Perspektiven beifügen.
Lipp unternimmt eine «restauratorische Nachzeichnung» dieses ungewöhnlichen Mannes und will «Verdecktes sichtbar machen». Das gelingt ihr gelegentlich, wenngleich sie der Gefahr einer Idealisierung nicht immer entgeht. Weidt nimmt eine eigenartige Position in der deutschen Tanzgeschichte ein, und die Gründe dafür sind komplizierter, als Nele Lipp es wahrhaben möchte. Wir haben es nicht mit einem verkannten Genie zu tun, sondern mit dem «roten, tanzenden Arbeiter», dessen Talent bekannt war – genau wie dessen Grenzen. Weidt war bewusst ein politischer Künstler, und dafür hat ihn die deutsche Tanzmoderne mit Ausschluss bestraft. Seine Tragik wird exemplifiziert an der Choreografie «La Cellule», die ihm 1947 die Goldmedaille im ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Marion Kant
«Objekt» heißt das Stück, also steht ein Ding auf der Bühne. Es ist kistenförmig, mittelgroß und wendet seine breitere Seite ein wenig ab vom Pub-likum. Theatralischer Nebel, ein magentarotes Glühen und Lichtstrahlen von oben heiligen das Objekt, dazu das Sonnenaufgangs-Motiv aus «Also sprach Zarathustra» von Richard Strauss, das durch Stanley Kubricks Film «2001:...
Der kleine, bärtige Dymitry Szypura lacht schallend ins Mikrofon: «Isn‘t it beautiful to die? I just love it!» Der Mann weiß, wovon er spricht. Eine gefühlte halbe Stunde war er tot – jedenfalls hat er es seinen Partner glauben gemacht. Hat sich von ihm wie eine Schlenkerpuppe bewegen lassen zu einem tragikomischen Totentanz. «Stop it!», hat Janis Heldmann ihn...
«One, two, and one, two, three, four», und weiter geht die Jazz-Session, während der Abspann über die Leinwand rollt. Nach gut zwei Stunden ist die Reise durch «La La Land» vorbei, eine Nostalgietour auf den Spuren der MGM-Musicals, die ab den 1940er-Jahren die Kinokassen klingeln ließen. Damien Chazelles Film ist eine Liebeserklärung an die Stars der goldenen...
