Auf Spitze
Spitzenschuhe gibt es schon eine ganze Weile in allen Farben des Regenbogens. Grishko zum Beispiel bietet von kanariengelb bis azurblau alles an, was das Auge anspringt – zumindest im Vergleich zu den rosé-farbenen Satin-Modellen, die den Markt monopolartig beherrschen. Manche Hersteller haben sich auch an das neue, diverse Erscheinungsbild des Balletts herangetastet und, wie etwa Gaynor Minden, Nuancen namens «Cappuccino», «Mocha» oder «Espresso» kreiert. Was nach Heißgetränk klingt, soll den Füßen dunkelhäutiger Ballerinen schmeicheln.
Eine selten dämliche Nomenklatur, die nahelegt, dass rosa Exemplare künftig als «Fjordlachs» oder «Marzipanschweinchen» etikettiert werden!
Nun haben sich Freed of London und das Ballet Black zusammengetan, um hundert Prozent korrekt bezeichnete, auf echte Hauttöne abgestimmte und auch noch schöne «pointe shoes, hand made» zu kreieren. In Nuancen, die eben ganz unverfänglich «bronze» und «brown» heißen. Übrigens gehört damit auch die Ära des Selbstfärbens, zu dem sich Stars wie Michaela DePrince oder Misty Copeland verdonnert sahen, endgültig der Vergangenheit an.
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Side Step, Seite 23
von Dorion Weickmann
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Hartmut Regitz, Dorion Weickmann, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel +49 (0)-30-254495-20, Fax -12
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